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Bei Probebohrungen im Ortszentrum von Grabenstätt (Kreis Traunstein) haben Arbeiter am Freitag eine natürliche Gasblase angebohrt.

Es drohte Explosionsgefahr

Gasblase angebohrt: Leck mit Beton abgedichtet

Grabenstätt - Bei Probebohrungen im Ortszentrum von Grabenstätt (Kreis Traunstein) haben Arbeiter am Freitag eine natürliche Gasblase angebohrt. Nun ist der Ortskern großräumig gesperrt.

Im Ortszentrum von Grabenstätt herrschte am Freitagnachmittag Ausnahmezustand. Bereits am Donnerstag waren Bauarbeiter gut zwölf Meter unter der Erde auf eine Gasblase gestoßen. Durch die Bohrarbeiten sollte ein Privathaus mit Energie durch Erdwärme versorgt werden. Ein Gemisch aus Wasser und Erde spritzte plötzlich rund zwei Meter in die Höhe. Sie stellten die Arbeiten sofort ein und warteten ab, ob das Gas womöglich über Nacht vollständig entweicht – was jedoch nicht geschah.

Am Freitagmorgen nahm die Fachfirma die Arbeiten wieder auf. Erneut schoss eine Fontäne aus dem Boden. Die Arbeiter holten sich Rat von einem Geologen, der zur Vorsicht riet. Der Bohrer blieb sicherheitshalber im Erdreich stecken, um einen möglichen Funkenflug zu vermeiden, der das Gas zum Explodieren hätte bringen können.

Die Polizei evakuierte die Wohnungen im Umkreis von 100 Metern. Rund 60 Anwohner waren betroffen, sie wurden in die neue Mehrzweckhalle gebracht. Auch etwa 30 Bewohner eines angrenzenden Altenheims – einige von ihnen Rollstuhlfahrer – mussten in Sicherheit gebracht werden. Außerdem musste weiträumig die Stromversorgung unterbrochen werden.

Die Experten vor Ort konnten am Freitag nicht ermitteln, um welches Gas es sich handelt. Fest stand nur, dass das unbekannte Gemisch leichter ist als Luft. Vorsichtig wurde ein Rohr in die Blase gesteckt, durch das sich das Gas verflüchtigen konnte. Als nur noch eine sehr geringe Restmenge in der Blase war, wurde der Bohrkern vorsichtig rausgezogen. Durch das Rohr wurde das Loch anschließend mit Beton aufgefüllt. Explosionsgefahr bestand nicht mehr. Die Anwohner durften am Abend in ihre Wohnungen zurückkehren.

Geologen werden kommende Woche analysieren, um was für ein Gas es sich gehandelt hat, kündigt Roman Hörfurter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, an. „Es könnte sich um methanähnliche Faulgase handeln“, sagt er. „Das sind bis jetzt allerdings nur Mutmaßungen.“

Es war das erste Mal, dass Arbeiter bei Bohrarbeiten auf eine Gasblase gestoßen sind, berichtet ein Sprecher des Landratsamtes Traunstein. Auch die Polizei kann sich an keinen vergleichbaren Einsatz erinnern. Ob es im Erdboden unter dem Grabenstätter Ortszentrum noch weitere Gasblasen gibt, werden die Experten in der kommenden Woche ebenfalls näher untersuchen.

Gasblase in Grabenstätt angebohrt

Gas-Blase in Grabenstätt angebohrt: Bilder

Gernot Pültz und Katrin Woitsch

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