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Mitglieder des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes demonstrieren neben dem Gipfelkreuz auf der Zugspitze.

Gastgewerbe stürmt für niedrigere Mehrwertsteuer Zugspitze

München - Das Gastgewerbe hat in seinem Kampf für eine niedrigere Mehrwertsteuer den Zugspitzgipfel gestürmt. Die bayerischen Hoteliers und Wirte kämpfen für eine Senkung der Mehrwertsteuer.

Auf Deutschlands höchstem Berg (2962 Meter) bekräftigte der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG), Siegfried Gallus, am Dienstag seine Forderung, für das Hotel- und Gastgewerbe nur noch 7 statt bisher 19 Prozent Mehrwertsteuer zu erheben. Unterstützung erhielt die Branche von Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). "Die bayerische Staatsregierung und sogar Teile der Opposition sind auf Ihrer Seite", sagte der FDP-Politiker laut Mitteilung.

In Bad Kissingen gingen Gastwirte für ihr Anliegen auf die Straße. An der Kundgebung beteiligten sich nach Verbandsangaben auch Gastronomen aus Hessen und Thüringen. In Neumarkt i.d. Oberpfalz gab es eine Podiumsdiskussion.

Münchens Innenstadtwirte probierten schon einmal aus, wie sich die reduzierte Mehrwertsteuer auf die Gäste auswirken könnte. Sie boten einen Tag lang mindestens ein Gericht mit nur 7 Prozent Mehrwertsteuer an, wie der BHG mitteilte.

Zeil nahm in seiner Mitteilung die große Koalition aus CDU/CSU und SPD ins Visier. "In der Branche sollte es eigentlich so rasch wie möglich heißen: Wir fahren nach Berlin." Er attackierte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der auf EU-Ebene den Weg frei gemacht habe für die reduzierte Mehrwertsteuer im Gastgewerbe, dies im eigenen Land aber verhindere.

In Bayern finden an jedem Monatssiebten unter dem Motto "Pro 7%" Protesttage des Gastgewerbes statt. Höhepunkt war am Dienstag die Aktion auf der Zugspitze. Verbandschef Gallus posierte bei neblig-kaltem Wetter exakt auf der bayerisch-österreichischen Grenze mit zwei Tellern, auf denen Wiener Würstchen lagen. Auf einem war ein Schild "10%" für Österreich, auf dem andern "19%" für Deutschland angebracht.

Nach Angaben des BHG gelten in knapp der Hälfte aller 27 EU-Mitgliedsstaaten reduzierte Mehrwertsteuersätze für die Gastronomie, in der Hotellerie sogar in 20 Ländern. Bayern mit seinen starken touristischen Nachbarländern sei von dem Wettbewerbsnachteil besonders betroffen. Während die Branche in Österreich nur 10 Prozent, in Tschechien gerade einmal 9 Prozent und in der Schweiz sogar nur 3,6 Prozent Mehrwertsteuer ans Finanzamt abführen müsse, sind es in Deutschland 19 Prozent.

Nach einem Beschluss der EU-Finanzminister sei eine Senkung der Mehrwertsteuer jetzt auch in Deutschland möglich. Die Politik zögere jedoch, dies umzusetzen. Der BHG versprach, eine geringere Steuer an die Verbraucher abzugeben.

dpa

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