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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und der Vorstandsvorsitzenden von OAO Gazprom, Alexej Miller

Gazprom plant Kraftwerke in Bayern

München - Das russische Erdgasunternehmen Gazprom will in die bayerische Stromversorgung einsteigen und dazu auch Kraftwerke im Freistaat bauen. Im Energiekonzept sind bisher fünf Orte genannt.

Die Staatsregierung und der weltweit größte Gasproduzent haben gestern ein entsprechendes Arbeitsprogramm unterzeichnet. Gazprom will demnach nicht nur Gas nach Bayern liefern, sondern zieht auch konkret in Betracht, sich unmittelbar am Bau und Betrieb von Kraftwerken zu beteiligen. Bislang wurden allerdings keine Investitionen verbindlich vereinbart.

Die geplante Doppelrolle des Energieriesen erhöht nach Einschätzung beider Seiten die Versorgungssicherheit. „Wer hier investiert, wird auch sicher liefern“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Gazprom-Chef Alexej Miller sprach von einem „sehr wichtigen Faktor für die Stabilität der Lieferungen“. Er sei sicher, dass die Zusammenarbeit „Jahrzehnte dauern“ werde.

Im Frühjahr soll mit Industrievertretern und Kommunen nach möglichen Standorten gesucht werden. Im Energiekonzept der Staatsregierung sind bislang fünf Orte genannt, darunter mit Haiming (Landkreis Altötting) auch einer in Oberbayern. Bis Ende 2012 will Gazprom über konkrete Investitionen entscheiden.

Der Bau von Gaskraftwerken ist notwendig, weil der Atomausstieg nicht allein durch erneuerbare Energien ausgeglichen werden kann. Öko-Energien sollen bis 2021 die Hälfte des bayerischen Bedarfs decken. Der Rest soll im Wesentlichen von Gaskraftwerken geliefert werden.

Die Suche nach Investoren gestaltete sich bislang schwierig, weil Gaskraftwerke nicht profitabel sind, wenn sie nur als Reserve für Spitzenlastzeiten laufen sollen. Seehofer und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) setzen sich daher in Berlin und Brüssel für bessere Rahmenbedingungen für Gaskraftwerke ein. Die Regierung will nicht allein auf Gazprom bauen. Man wolle „mit vielen Partnern im In- und Ausland“ zusammenarbeiten, so Zeil. Der Energie-Experte der Landtags-Grünen, Ludwig Hartmann, kritisierte, dass die Regierung auf Großkonzerne statt auf Bürgerbeteiligung und dezentrale Versorgung setze.

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