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Krater wie der in Schmalkalden könnten auch im bayerischen Grenzland entstehen.

Gefährlicher Krater an Grenze zu Österreich

Bayerisch Gmain - Der Krater von Schmalkalden ist nicht das einzige Erdloch. Auch im bayerisch-österreichischen Grenzraum um Berchtesgaden und Salzburg gibt es bedrohte Flächen.

Instabile alte Bergwerke und Salzablagerungen im Untergrund gelten als Ursache für die Senken. Der 20 Meter tiefe Krater im südthüringischen Schmalkalden hat auch in der Region um Berchtesgaden und Salzburg die Frage aufgeworfen, wie viele gefährliche Löcher und Erdbewegungen es dort gibt. Der Leiter des geologischen Dienstes bei der Salzburger Landesregierung, Rainer Braunstingl, kennt zahlreiche, bedrohte Regionen. “Vor allem entlang der nördlichen Kalkalpen sind solche gefährliche Stellen zu finden, von Vorarlberg bis Wien.“

Als Ursachen für Erdverschiebungen und aufbrechende Krater nennt Braunstingl zwei Gründe. “Zum einen sind es ehemalige Bergwerke, die instabil werden, kollabieren und zusammenbrechen, zum andern sehr alte Gips- und Salzablagerungen im Untergrund.“ Sie würden vom Grundwasser gelöst und die mineralischen Stoffe abgeführt. Dieser Verlust an Volumen im Untergrund gilt als Ursache für Senken und Mulden an der Oberfläche sowie für Erdeinbrüche.

Im Salzkammergut sind besonders die ehemaligen Salzabbaustätten in Altaussee und Hallstatt sowie in Bad Ischl gefährdet. Im Bundesland Salzburg werden der Dürrnberg zwischen Hallein und Berchtesgaden verschärft beobachtet sowie ein bereits bestehender Krater auf dem Grögnergut in Bayerisch Gmain im Kreis Berchtesgadener Land.

“Dieser Krater ist erst in den 1950-er Jahren entstanden, vorher war hier eine ebene Wiese“, schildert der Salzburger Geologe Gerald Valentin die Lage. Er kennt die Situation auf der bayerischen Seite deshalb so gut, weil vor zehn Jahren am Rande der durch den Krater entstanden Senke auf der österreichischen Seite ein Wohnhaus evakuiert und schließlich abgerissen werden musste.

“Grundsätzlich gibt es in ganz Österreich Geländesenkungen, allerdings würde ich deshalb nicht sofort Alarm auslösen und sagen, es gibt eine Gefahr, dass Hohlräume einstürzen“, erläutert Valentin. Diese Geländebewegungen gingen in der Regel sehr langsam vor sich. Der Boden rund um den Krater in Bayerisch Gmain senkt sich zum Beispiel ein bis zwei Zentimeter pro Jahr. “Das bedeutet für die Gebäude zwar langfristig eine Bedrohung. Aktuell ist allerdings keine Gefahr für Leib und Leben zu erkennen“, versichert Valentin.

Beim 20 Meter tiefen Krater an der Grenze von Bayern und Salzburger Land haben die Experten vom Bayerischen Landesamt für Umwelt vor zehn Jahren sogar überlegt, den Teich mit Kies aufzufüllen. “Das hätte aber an der gesamten Situation nichts geändert, weil die Salzausschwemmung im Untergrund ja trotzdem durch das strömende Grundwasser weitergeht“, sagt Valentin. “Das ist hier ein Naturphänomen, dem wir hilflos gegenüberstehen, das heißt, es ist mit technischen Maßnahmen nicht beherrschbar.“

Derzeit stehen 15 Häuser rund um den Krater, teils mit einem Abstand von nur 50 Metern. “Sechs Häuser stehen im unmittelbaren Gefährdungsgebiet, das bedeutet, unter diesen Häusern senkt sich der Grund kontinuierlich ab“, weiß Valentin zu berichten. Mit Untersuchungen haben die Geologen Hohlräume unter diesen sechs Häusern am Rande des Kraters festgestellt. “Diese Hohlräume sind aber nur von geringem Volumen, die Gefahr eines plötzlichen Loches ist hier nicht gegeben.“ Langfristig sieht Valentin jedoch ein Problem. “Ich würde für diese Häuser keine Garantie abgeben, dass sie in den nächsten zwei, drei Generationen noch stehen werden.“

dpa

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