Gefängnisarzt nach Tod von Häftling freigestellt

Nürnberg - Nach dem Tod eines Untersuchungshäftlings in einer Nürnberger Haftanstalt vor knapp einem Jahr ist der zuständige Gefängnisarzt am Freitag vom Dienst freigestellt worden.

Das berichten die "Nürnberger Nachrichten" (Samstag) unter Berufung auf JVA-Leiter Hans Welzel. Zuvor war bekanntgeworden, dass eine Anklageerhebung offensichtlich kurz bevorsteht. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wollte sich dazu nicht näher äußern. Ein Sprecher erklärte lediglich, die Ermittlungen gegen den Mediziner stünden kurz vor dem Abschluss.

Nach Angaben der Zeitung werfen die Ermittler dem Gefängnisarzt vor, dem 23 alten Armenier nach einem Selbstmordversuch in der Zelle ärztliche Hilfe verweigert zu haben. Der Mann habe sich nach fünfmonatiger Haft mit der Klinge eines Einwegrasierer die Pulsader aufgeschnitten und anschließend um einen Arzt gebeten. Er habe entschieden, doch nicht sterben zu wollen.

Der 23-Jährige soll einen Raubüberfall begangen haben. Zwei Wachtmeister alarmierten zunächst einen Sanitäter, dieser schließlich den Gefängnisarzt. Der Mediziner habe aber davon abgesehen, sich persönlich um den Verletzten zu kümmern. Stattdessen habe er dem Sanitäter geraten, die Wunde mit einem Klammerpflaster zu versorgen. Als die Blutungen auf diese Weise nicht gestoppt werden konnten, habe der Sanitäter einen externen Notarzt gerufen. Als dieser eintraf, war der junge Mann bereits verblutet. Nach dessen Ansicht hätte die von dem Häftling selbst verursachte Wunde genäht werden müssen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Prozess: Ehestreit wegen Küsschen-Mail eskaliert - Frau tot
Eine zu Wutausbrüchen neigende Frau ist vollkommen ausgerastet, als ihr Ehemann sie mit einer Küsschen-Mail eines fremden Mannes konfrontiert hat. Der Streit endete in …
Prozess: Ehestreit wegen Küsschen-Mail eskaliert - Frau tot
Mädchenrealschule in Rosenheim evakuiert
Großeinsatz an der Mädchenrealschule in Rosenheim: Am Vormittag musste die Schule evakuiert werden, weil 20 Schülerinnen über Atemwegsprobleme klagten. 
Mädchenrealschule in Rosenheim evakuiert
Züge kollidieren nahe Augsburg Hauptbahnhof - Ursache nun bekannt
In der Nähe des Augsburger Hauptbahnhofes sind am Montagmittag zwei Züge zusammengestoßen. Ein Lokführer wurde verletzt, die Ursache für den Unfall steht nun fest.
Züge kollidieren nahe Augsburg Hauptbahnhof - Ursache nun bekannt
Freundin erdrosselt: 31- Jähriger vor Gericht
Ein zum Tatzeitpunkt 31-Jähriger steht seit Dienstag vor Gericht, weil er seine Freundin geschlagen und erdrosselt haben soll. Zuvor war es offenbar zum Streit gekommen.
Freundin erdrosselt: 31- Jähriger vor Gericht

Kommentare