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Eine Insassin der Justizvollzugsanstalt Würzburg strickt an einem Schal

Gefangene gewinnen Strickwette

Würzburg - Die weiblichen Gefangenen der Justizvollzugsanstalt Würzburg haben eine Strickwette gegen den Direktor des Gefängnisses gewonnen. Viele Deutsche haben mitgeholfen.

Gestreift, geringelt und einfarbig - mehr als 2000 Schals wehten am Samstag in Würzburg vor der Justizvollzugsanstalt (JVA) im Wind. Die knallbunten Unikate waren Teil einer Wette zwischen dem Gefängnisdirektor und den weiblichen Gefangenen. Wenn sie bis zum ersten Advent so viele Schals stricken, dass sie damit einmal die JVA umrunden könnten, backt er ihnen einen Kuchen. Die Frauen haben gewonnen: Mithilfe vieler anderer Strickerinnen aus ganz Deutschland ist der Riesenschal aus den jeweils etwa eineinhalb Meter langen Einzelteilen fast 3,5 Kilometer lang geworden.

Bei Blasmusik und Sonnenschein genossen die Strickerinnen am Samstag ihren Erfolg - die Gefangenen verfolgten das bunte Treiben aus der JVA heraus. Die auf einer langen, rund um die Anstalt gespannten Leine baumelnden Schals wurden später an 14 wohltätige Einrichtungen aus der Region übergeben.

Die Strickwette hatte sich zu Beginn des Jahres ergeben. Die leidenschaftliche Strickerin Ingrid Pollak betreut seit etwa 20 Jahren Gefangene der JVA. Sie gab die Leidenschaft an die Frauen hinter Gittern weiter. “Sogar außerhalb unserer Treffen strickten sie in ihrer Zelle weiter“, erinnerte sich Pollak. Im Frühjahr dieses Jahres forderten die Gefangenen dann den Anstaltsleiter heraus.

Damit die Wette ein Erfolg wird, ließ die Erzieherin Pollak ihre Kontakte spielen, gab den Medien Interviews und rief immer wieder zu Woll-Spenden auf. “Es entstand ein richtiges Stricknetzwerk. Wir bekamen Schals und Wolle aus ganz Deutschland, sogar Spenden aus Italien, Österreich und der Schweiz waren dabei.“ Mehr als 500 Frauen seien insgesamt beteiligt gewesen. Eine Frau habe allein 100 Schals gestrickt.

Für die inhaftierten Frauen sei diese Wette sehr wichtig gewesen, sagte Pollak am Samstag laut Mitteilung. “Die Schalaktion hatte ihnen immer ganz großen Halt gegeben und gezeigt, dass sie gebraucht werden.“ Die Anstaltsleitung unterstützte die Strickerinnen von Anfang an. In der JVA sitzen 101 Frauen und 502 Männer.

dpa

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