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Nun müssen sie erst mal drinnen bleiben: Seit die bayernweite Stallpflicht angeordnet ist, behält Geflügelzüchter Michael Häsch auch seine Freiland-Hühner im Stall. 

Vogelgrippe breitet sich aus

Geflügelhalter sind dankbar für Stallpflicht

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München - Inzwischen ist bei 34 toten Wildvögeln in Bayern die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU)  hat eine bayernweite Stallpflicht angeordnet.

Michael Häsch hat aufgeatmet, als ihn am Freitag die Nachricht erreicht hat. Er hält auf dem Bertenbauernhof in Dietramszell (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) 16.000 Hühner, 10.000 davon in Freilandhaltung. Bisher musste er sie jeden Morgen ins Freie lassen. Hätte er aus Angst vor der Vogelgrippe freiwillig darauf verzichtet, hätte er laut Verordnung die Eier nicht mehr als Freiland-Eier verkaufen dürfen. „Das ist ein echter Zwiespalt“, sagt er. Ein Zwiespalt, in dem alle Freiland-Hühner-Besitzer gesteckt haben. Die Bioeier-Verordnung zum Beispiel macht es den Haltern leichter: Biohühner müssen Zugang ins Freie haben, wenn es die Witterung erlaubt. „Die bayernweite Stallpflicht schafft nun wieder für alle die gleichen Bedingungen“, sagt Häsch. Freiland-Eier bleiben Freiland-Eier – obwohl die Hühner erstmal drinnen bleiben.

Häsch ist nicht nur besorgter Geflügelzüchter, sondern auch stellvertretender Vorsitzende des Landesverbands bayerischer Geflügelwirtschaft. Deshalb weiß er zu gut, dass auch viele seiner Kollegen schlecht schlafen, seit täglich tote Wildvögel gefunden werden. Bei 34 Tieren in sechs bayerischen Landkreisen ist inzwischen der Virus-Subtyp H5N8 nachgewiesen worden, zuletzt im Kreis Freising. Weitere Verdachtsfälle werden aktuell noch beim Friedrich-Loeffler-Institut untersucht. Mehrere Landkreise hatten bereits in bestimmten Regionen rund um die Fundorte die Stallpflicht erlassen. Es gab Sperrgebiete am Bodensee, Ammersee, Chiemsee, Tegernsee, in Nürnberg und zuletzt auch am Starnberger See. Nun ist die Stallpflicht für alle Geflügelhalter in Bayern angeordnet – auch für Züchter und Privatleute. In vielen Landkreisen wurden zudem Geflügelmärkte und Ausstellungen abgesagt.

Stallpflicht gilt auf unbestimmte Zeit

Zunächst gilt die Stallpflicht auf unbestimmte Zeit. Michael Häsch geht davon aus, dass sich die Situation in den kommenden vier bis fünf Wochen wieder beruhigen wird. „Bis dahin ist der Vogelflug weitgehend vorbei und die größte Gefahr gebannt.“ Noch sei die Situation bei Weitem nicht vergleichbar, mit dem Jahr 2006, als in Bayern wegen der Vogelgrippe tausende Tiere getötet werden mussten. „Wir sind weit entfernt von der Panik, die wir damals hatten“, sagt Häsch. 

Aber Sorgen machen sich die Geflügelzüchter natürlich – trotz Stallpflicht. „Es gibt eben keine hundertprozentige Sicherheit vor dem Virus“, sagt er. Trotz aller Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Das habe der Fall in Schleswig-Holstein bewiesen. Dort war das Virus in einem Großbetrieb ausgebrochen. „Das Risiko ist auch durch den Kontakt der Betriebe untereinander nicht wegzudiskutieren“, sagt Häsch. Zum Beispiel durch Futterlieferanten, die mehrere Betriebe beliefern und Viren transportieren könnten. „Es ist ein bisschen wie russisches Roulette“, sagt der Dietramszeller. „Jeder von uns hofft, dass es ihn nicht erwischt.“

Verstoß kann mit Bußgeld bestraft werden

Auch bundesweit gelten ab kommender Woche strengere Schutzvorkehrungen. Dann dürfen auch kleinere Betriebe keine Unbefugten mehr in die Ställe lassen und müssen Schutzkleidung tragen sowie Hände und Stiefel desinfizieren. Ein Verstoß gegen die angeordnete Stallpflicht ist eine Ordnungswidrigkeit und kann nach Ermessen des zuständigen Landratsamtes mit einem Bußgeld bestraft werden.

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