Aktive Zukunftsvorsorge

Gegen Medikamentenrückstände im Wasser - Pilotprojekt gestartet

Neue Technik in Weißenburg: Erstmals kann eine bayerische Kläranlage noch besser als bisher Medikamentenreste aus dem Abwasser herausfiltern.

Weißenburg - Erstmals kann eine bayerische Kläranlage noch besser als bisher Medikamentenreste aus dem Abwasser herausfiltern. Die entsprechende Technik dafür ist am Freitag im mittelfränkischen Weißenburg in Betrieb genommen worden. Ziel des bayerischen Pilotprojekts für verbesserte Wasserqualität sei es, Mikroschadstoffe zu reduzieren, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums mit. Dazu wurde die Anlage um eine sogenannte vierte Reinigungsstufe erweitert. Diese besteht aus einer mit zwei Filtern ausgestatteten Anlage, über die Medikamentenrückstände durch Sauerstoffzufuhr aufgespalten und beseitigt werden sollen. Parallel laufende Messungen würden die Ergebnisse der Reinigung überprüfen, hieß es.

Der Bau der neuen Anlage dauerte rund ein Jahr. Die Kosten belaufen sich den Angaben zufolge auf rund drei Millionen Euro, das Bayerische Umweltministerium fördert die neue Technologie mit rund 2,3 Millionen Euro. Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) lobte das Projekt als „aktive Zukunftsvorsorge.“

Jedes Jahr fallen in Bayerns Gemeinden nach Ministeriumsangaben rund 1,8 Milliarden Kubikmeter Abwasser an - das entspricht etwa dem Volumen des Ammersees. Die Beseitigung der vom Menschen verursachten Mikroverunreinigungen sei in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden.

dpa

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