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Er trägt die Binde seit 20 Jahren: Stefan Zrenner ist bei der Sicherheitswacht.

Bürger auf Streife

Gegen Vandalismus und Straßenkriminalität: Die bayerische Sicherheitswacht

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München - Sie verhindern Vandalismus, behalten dunkle Ecken im Park im Auge und finden ausgerissene Jugendliche. Jetzt hat Innenminister Herrmann den langjährigen Mitgliedern gedankt - mit einer Urkunde und einem Appell.

Die Ausreißer haben Stefan Zrenner am meisten beschäftigt. „Wir hatten da so eine Phase“, sagt der 57-Jährige aus Weiden in der Oberpfalz, der in seiner Freizeit der Polizei hilft. Eine Phase, in der Kinder oder Jugendliche oft nicht nach Hause kamen. An einen Fall erinnert er sich noch besonders gut. Eine Mutter gab eine Vermisstenanzeige auf, weil ihr Sohn nicht von der Schule kam. Die Polizei machte sich auf die Suche. Und Zrenner und seine Kollegen von der Sicherheitswacht suchten mit. Zrenner fand den Bub. „Er saß im hintersten Eck eines Kaufhauses und spielte Konsole.“ Fall gelöst. Polizei entlastet. Familie vereint.

Seit 20 Jahren unterstützt Zrenner als Bürger die Polizei. Ehrenamtlich. Dafür wurde er mit zwölf anderen langjährigen Helfern aus dem Freistaat gestern von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in München geehrt.

An Brennpunkten gehen die freiwilligen Helfer auf Streife

1994 wurde das Pilotprojekt Bayerische Sicherheitswacht gestartet – um der „Unkultur des Wegschauens entgegenzuwirken“, wie Herrmann sagte. In den Städten Nürnberg, Ingolstadt und Deggendorf bewährte sich das neue Modell, bei dem zunächst 35 Bürger die Polizei etwa in öffentlichen Parks, Fußgängerzonen oder Parkhäusern unterstützten. Also wurde die Sicherheitswacht ausgebaut. An Brennpunkten gehen die freiwilligen Helfer auf Streife – zu Fuß, oder mit dem Fahrrad, ausgestattet mit einem Funkgerät. Heute engagieren sich in 124 Gemeinden 772 Bürger ehrenamtlich – 91 davon in Oberbayern. Und es sollen noch mehr werden. Herrmanns Ziel: Die Zahl 1000.

Stefan Zrenner ist seit 1995 mit dabei. Aus zwei Gründen: „Wenn mir oder meinen Bekannten etwas passiert, würde ich mir schließlich auch wünschen, dass jemand hilft, statt wegzuschauen.“ Also ging er mit gutem Beispiel voran. Als Journalist berichtete der 57-Jährige außerdem lange über die Polizeiarbeit. „Irgendwann wurde es dann einfach Zeit, auch selbst mitzuhelfen und nicht nur darüber zu schreiben.“

Gegen Vandalismus und Straßenkriminalität

Die Aufgaben der Sicherheitswacht sind klar umrissen. „Sie sind keine Hilfssheriffs und keine Bürgerwehr“ betonte Herrmann. Aber die Präsenz der Sicherheitswacht – immer gekennzeichnet mit dem Schild „Sicherheitswacht“ auf der Brust und einer hellgrünen Ärmelschlaufe – soll Vandalismus und Straßenkriminalität entgegenwirken. Und den Menschen ein sicheres Gefühl geben.

Zrenner war und ist in Tiefgaragen, an Parkanlagen, im Kaufhaus und an Spielplätzen im Einsatz. Die Zeiten kann er sich einteilen, er bekommt dafür einen kleinen Aufwandsausgleich. Aber er macht es nicht wegen des Geldes, sondern wegen der positiven Rückmeldungen. „Vor allem ältere Leute und Mütter mit Kindern sagen mir: Schön, dass es so etwas gibt.“ Sie fühlen sich sicherer, wenn er da ist.

Nach 20 Jahren tritt Zrenner allmählich etwas kürzer. Aber seine Überzeugung ist ungebrochen. Seinen fünf Kollegen, die mit aus Weiden angereist sind, geht es da nicht anders. Und so nicken sie alle, als Herrmann an die Geehrten appelliert: „Hören Sie nicht auf. Wir brauchen Sie.“

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