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Wegen des Biomasse-Booms werden Heu und Stroh nach Ansicht bayerischer Pferdefreunde immer knapper und damit teurer.

Geht Bayerns Reitställen das Futter aus?

München - Wegen des Biomasse-Booms werden Heu und Stroh nach Ansicht bayerischer Pferdefreunde immer knapper und damit teurer. Das wirkt sich auch auf die Preise für die Pferdeboxen aus.

Viele Mietställe seien deshalb gezwungen, ihre Preise für die Pferdeboxen zu erhöhen, sagte Dieter Rügemer, der beim Bayerischen Reit- und Fahrverband für den allgemeinen Pferdesport zuständig ist, der Nachrichtenagentur dpa. Es sei aber nur ein Klischee, dass den Reitsport lediglich gut betuchte Menschen ausüben und Preissteigerungen deshalb nicht schmerzhaft sind: “Die meisten, die Pferde haben, sparen dafür, um sich das Tier und die Haltung leisten zu können.“ Gerade junge Frauen, die sich den Traum vom eigenen Pferd erfüllt haben, hätten oft nicht “das große Geld“ dafür zur Verfügung, gab er zu bedenken.

Als Grund für die Preissteigerungen sieht Rügemer gravierende Veränderungen in der Landwirtschaft: Kaum ein Bauer nehme mehr die relativ aufwendige Heuernte in Kauf, wenn er mit Silage, die in den Biogasanlagen vergärt, Geld auf dem Strommarkt verdienen könne. “Da haben wir echte Sorgen.“ Immer weniger Flächen stünden in Bayern für die Tierfutterproduktion zur Verfügung, “das merken ja auch die Milchviehhalter“. Hätten Mietstallbesitzer im Jahr 2008 noch zwischen 7 und 9 Euro pro Doppelzentner Heu bezahlt, seien derzeit zwischen 15 und 20 Euro fällig. “Der Markt ist sehr schwierig.“

Deutlich gelassener sieht dies das bayerische Landwirtschaftsministerium. Preissteigerungen habe man zwar auch registriert. Ein direkter Zusammenhang mit der Nutzung nachwachsender Rohstoffe für die Energieerzeugung sei aber nicht zu erkennen, sagte ein Sprecher. Vielmehr seien die schwierigen Wetterbedingungen für die Preisentwicklung verantwortlich.

Bei einer Standardration (acht Kilo Heu und ein Kilo Hafer am Tag) ergebe sich eine Preissteigerung von 1,12 Euro pro Tier und Tag auf 1,82 Euro. Bei Pensionskosten von durchschnittlich mindestens 300 bis 400 Euro pro Monat - in manchen Gegenden sei auch deutlich mehr fällig - fielen die Futterkosten gar nicht so gravierend ins Gewicht, teilte das Ministerium mit.

dpa

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