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Richtig putzig schaut er aus, der kleine Fuchs. Doch viele seiner Artgenossen sind mit dem gemeinen Fuchsbandwurm infiziert.

Schleichende Gefahr

Gelder gegen Fuchsbandwurm-Kampf abgelehnt

München - Der Fuchsbandwurm bereitet vielen Gemeinden in Oberbayern Sorgen. Klar ist, dass der Freistaat seine Bürger über die Gefahren aufklären muss. Auf finanzielle Unterstützung zur Bekämpfung des Parasiten müssen betroffene Gemeinden aber verzichten.

Schau dich nicht um, der Fuchs geht um – dieser Spruch ist aktueller denn je. In vielen Gemeinden Südbayerns tauchen verstärkt Füchse auf. Mitten am Tag. Im Garten. Auf der Terrasse oder sogar im Wohnzimmer. Das Tier verliert immer mehr die Scheu vor den Menschen. Dadurch steigt unter anderem die Gefahr einer Infektion mit dem Parasiten Fuchsbandwurm. Die Bekämpfung des Krankheitserregers beschäftigte gestern erneut den Umweltausschuss im bayerischen Landtag.

„Der Schwerpunkt liegt in Südbayern“, berichtet Andreas König vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München. Hier könne sich das Parasit leichter verbreiten. „Dies hat vor allem klimatische Gründe.“ Insgesamt erkranken jährlich zehn bis 15 Menschen in Bayern am Fuchsbandwurm. „Das Tückische ist, dass die Krankheit beim Menschen erst nach zehn bis 15 Jahren ausbricht“, erklärt König. Magenschmerzen und Gelbsucht seien erste Anzeichen. Vor allem die Leber sei betroffen. Im schlimmsten Fall führt die Erkrankung zum Tod. Deshalb warnen die Experten eindringlich davor, Beeren sowie andere Wald- und Feldfrüchte ungewaschen zu genießen. Denn sie könnten mit den Parasiten verunreinigt sein. „Wir haben in ganz Bayern rund 30 Prozent befallene Tiere“, sagt König. Im Winter 2002/2003 begann er mit einer studentischen Arbeitsgruppe mit den Voruntersuchungen zum Projekt Fuchsbandwurm. 2005 startete die Bekämpfung des Erregers. Dazu wurden Köder mit einem Entwurmungsmittel präpariert und ausgelegt. Die viereckigen Briketts seien ungefährlich für den Menschen. „Unser Ziel ist es, den Menschen zu schützen“, betont der Wissenschaftler.

Finanziell unterstützt hat das Projekt unter anderem der Landkreis Starnberg. Jedoch beteiligten sich nur acht Gemeinden an dem Projekt. Dort wurden die Köder ausgelegt. Ein Problem: „Der Fuchs hält sich ja nicht an irgendwelche Gemarkungsgrenzen“, sagt Christian Schiller (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Herrsching. Die Beteiligung sei ein freiwilliges Hobby der Gemeinde, hebt Schiller hervor. Eine teure Maßnahme: 108 000 Euro hat die Gemeinde von 2005 bis 2012 in die Bekämpfung gesteckt. Insgesamt investierte der Landkreis Starnberg rund 500 000 Euro, um den Fuchsbandwurm loszuwerden.

Um den Parasiten weiter bekämpfen zu können, forderten die Bürgermeister finanzielle Unterstützung vom Freistaat. Doch daraus wurde nichts. „Das wäre ein enormer Kostenaufwand und gegenüber den anderen Gemeinden in Bayern nicht darstellbar“, sagt Otto Hünnerkopf (CSU), Mitglied des Umweltausschusses. Eine Meinung, die viele seiner Kollegen über Parteigrenzen hinweg teilten. Bei der Aufklärungsarbeit sei aber noch Luft nach oben. Deshalb sollen jetzt unter anderem Info-Broschüren neu aufgelegt werden.

Darauf einigte sich der Ausschuss am Ende einstimmig. Zur Enttäuschung der Bürgermeister: „Ich kann nicht verstehen, dass man bei so einer Thematik nur über die Finanzen redet“, klagt Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger (UWG).

Von Matthias Strehler

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