+
Josef Schmid, der frühere Bürgermeister von Wenzenbach im Landkreis Regensburg, sitzt am 21.09.2016 im Gerichtssaal des Amtsgerichts in Regensburg.

Skandal in Wenzenbach

Gelder veruntreut: Bewährungsstrafe für Ex-Bürgermeister

Regensburg - Er habe nicht vorsätzlich gehandelt, beteuert der frühere Bürgermeister von Wenzenbach. Doch das  Gericht glaubt ihm nicht: Die Veruntreuung von Geldern muss er büßen.

Für die Veruntreuung von Geldern bekam der frühere Bürgermeister von Wenzenbach in der Oberpfalz eine Strafe von einem Jahr Haft auf Bewährung. Das Amtsgericht Regensburg sprach den Mann am Freitag der Untreue in drei besonders schweren Fällen schuldig. Das Gericht verhängte auch eine Geldauflage von 5000 Euro, die der Angeklagte an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen muss.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die neben der Geldauflage eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung gefordert hatte. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt und argumentiert, der Angeklagte habe nicht vorsätzlich gehandelt.

Vorwurf: 80.000 Euro veruntreut

Der Ex-Bürgermeister war ursprünglich wegen Untreue in vier besonders schweren Fällen angeklagt. Ihm wurde vorgeworfen, gemeinsam mit seinem Kämmerer rund 80.000 Euro veruntreut zu haben. Laut Anklage ging es dabei um die Auszahlung von Geld für nicht genommene Urlaubstage sowie um nicht korrekt abgeführte Lohnsteuer.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zum Prozessauftakt zwar grundsätzlich eingeräumt. Er gab aber an, er habe sich voll und ganz auf seinen Kämmerer verlassen. Dieser war bereits Ende Juni zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss der Kämmerer 10 000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

"Gesetze interessierten Sie nicht"

Der frühere Bürgermeister habe sich als „blauäugig und unwissend“, hinstellen wollen, hieß es in der Urteilsbegründung. Dabei hätten er und sein Kämmerer gemeinsam gehandelt. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft nannte es „nicht nachvollziehbar“, dass der Angeklagte zu Protokoll gab, damals nicht verstanden und gewusst zu haben, was er unterschrieben habe: „Sie haben die Augen verschlossen und Gesetze interessierten Sie nicht.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auto stürzt in die Donau - Fahrerin tot
Ein Auto ist im Kreis Dillingen in die Donau gefahren. Taucher fanden am Samstagnachmittag die Fahrerin im Wageninneren.
Auto stürzt in die Donau - Fahrerin tot
Falkenhütte wird saniert: Riesen-Projekt für 6,3 Millionen
Es ist das größte Hüttenbauprojekt, das die Alpenverein-Sektion Oberland je in Angriff genommen hat: Ab September wird die Falkenhütte im Karwendel für 6,3 Millionen …
Falkenhütte wird saniert: Riesen-Projekt für 6,3 Millionen
Gefahr für Schwammerlsucher - Bereits 200 Anrufe bei Giftnotruf
Der nasse Sommer lässt die Pilze sprießen. Kundige Sammler füllen ihre Körbe für einen leckeren Schmaus. Doch gleichzeitig vergiften sich immer wieder Menschen.
Gefahr für Schwammerlsucher - Bereits 200 Anrufe bei Giftnotruf
News-Ticker: Diesen Münchner im Himmel brachte der Orkan in Schieflage
Ein Unwetter war angekündigt worden - doch es kam heftiger als befürchtet. Orkanböen und dicke Regenwolken sind über Bayern hinweggezogen und haben deutliche Spuren …
News-Ticker: Diesen Münchner im Himmel brachte der Orkan in Schieflage

Kommentare