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Schlangenlinien? Ach Quatsch – ist doch bloß ein Tiefschneefahrer und seine Spuren. Eine Mordsgaudi ist das, manchmal aber auch eine große Gefahr.

Tiefschnee: Gefahr abseits der Piste

München - Junge Skifahrer und Snowboarder finden Tiefschneefahren abseits der Piste spitze. Aber sind sie sich auch der Gefahren bewusst? Überraschende Antwort: ja. Sagt zumindest die Bergwacht.

Hach, war das ein Tag. Pulverschnee und eine Fernsicht bis nach Südtirol. Wer am Samstag auf der Zugspitze zum Skifahren war, hat einen echten Sternchentag erwischt. Etwa 2000 Wintersportler waren laut einem Sprecher auf den Pisten unterwegs. Vor allem Einheimische hätten das Skiwetter genutzt. Den nächsten großen Touristenandrang erwartet der Sprecher erst wieder in den Faschingsferien.

Allerdings waren an der Zugspitze auch am Wochenende wieder unzählige Wintersportler abseits der Pisten unterwegs. Da, wo der unberührte Tiefschnee lockt. Ein wagemutiges Unterfangen? Nicht unbedingt. „Die Zunahme von Skifahrern abseits gesicherter Pisten hat nicht zu einem Anstieg von Lawinenunfällen geführt“, sagt zum Beispiel der Ausbildungsreferent der Bergwacht Bayern, Herbert Streibel. Die Unfälle häuften sich vielmehr bei kritischen Lawinengefahrsituationen oder schwer einschätzbaren Verhältnissen. Skitouren abseits präparierter Pisten erfreuen sich vor allem bei jungen Wintersportlern, auch Freerider genannt, zunehmender Beliebtheit. Im Jahr 2011 kam bei Touren in Bayern laut Bergwacht ein Mensch ums Leben, 2010 waren es noch vier.

Tiefschneefahren ist nach Ansicht des Bergwacht-Experten generell sicherer geworden. „Die Lawinenlageberichte beschreiben seit einigen Jahren kleinräumiger und damit präziser die Gefahrenlage“, erläuterte Streibel. Eine unverzichtbare Informationsquelle ist hier die Internetseite des Lawinenwarndienstes Bayern (www.lawinenwarndienst-bayern.de). Der Warndienst hat die Gefahrenstufe am Wochenende aufgrund des Föhns auf Stufe drei erhöht. Stufe drei (von fünf) bedeutet erhebliche Lawinengefahr. Viele Wintersportler informieren sich hier vorab, was der Tag in den Bergen für Gefahren birgt. Aber auch die Notfallausrüstung wie Verschüttetensuchgerät, Lawinensonde und -schaufel hat sich stark weiterentwickelt. Die Ausstattung helfe besser als früher, Opfer möglichst schnell aus einer Lawine zu bergen, sagt Herbert Streibel. Ähnlich einem Airbag könnten aufblasbare Rucksäcke bei der Mehrzahl aller Lawinenunfälle „zwar nicht immer die totale Verschüttung, aber doch eine tiefe Verschüttung verhindern“, erklärte Streibel. Nach seinen Erfahrungen tragen auch die zahlreich angebotenen Lawinenkurse zu mehr Gefahrenbewusstsein bei. „Die Kurse sind voll mit jungen Teilnehmern.“

Bei Lawineneinsätzen sind die Bergwachthelfer trotz moderner Technik nach wie vor auf ihre Suchhunde angewiesen. „Die Ausbildung und das Training von Lawinensuchhunden ist sehr zeitaufwendig“, erläuterte Streibel. Die Ausstattung der zum Bayerischen Roten Kreuz (BRK) gehörenden Bergwacht sei auf der Höhe der Zeit. Sie leistet hauptsächlich in den Alpen mit ihren 4200 ehrenamtlichen Helfern rund 12 000 Einsätze jährlich.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Notfallausrüstungen – auch am vergangenen Wochenende gab es wieder Lawinenunglücke. Ein 46-jähriger Skifahrer ist am Samstag in Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu von einer Lawine erfasst und verletzt worden. Zusammen mit seiner Partnerin befuhr er einen Aufstieg in den Allgäuer Alpen, als die Lawine ausgelöst wurde. Der Mann wurde 200 Höhenmeter mitgerissen, bis er teilverschüttet auf der Lawine liegen blieb. Er zog sich einen Beinbruch zu und wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Ein Lawinenabgang in Lech am Arlberg ist am Samstag glimpflich abgelaufen. Zwei Wintersportler, die im Bereich Stierloch unterwegs waren, meldeten der Rettungszentrale in Österreich, dass sie dort ein Schneebrett ausgelöst hatten. Die Einsatzkräfte begannen daraufhin eine Sicherheitssuche. Sie wurde aber eingestellt, nachdem keine Verletzte gefunden wurden.

lby/mm/sts

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