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Mach Sitz! Dieser Hund folgt seinem Herrchen aufs Wort. Manieren sind auch bei den Vierbeinern Übungssache.

Gemeinden denken darüber nach

Weniger Steuern dank Hundeführerschein?

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München - Noch ist es kein Massen-Phänomen, doch immer mehr Gemeinden denken über eine Ermäßigung bei der Hundesteuer nach. Voraussetzung: Der Halter beweist, dass der Vierbeiner gut erzogen ist.

„Sitz“ und „Platz“, das sind die Klassiker, die sollte jeder Hund draufhaben. Für den Hundeführerschein reicht das aber bei weitem nicht, der Prüfungskatalog ist anspruchsvoll. Doch für Frauchen und Herrchen könnte es sich lohnen, dem Zamperl Manieren beizubringen. Und zwar finanziell. Es ist noch ein zaghafter Trend, doch vereinzelt führen Gemeinden Hundesteuer-Rabatte für Halter mit Hundeführerschein ein. Mit der Aktion sollen Hundehalter motiviert werden, ihr Haustier gut zu erziehen.

Für die Hundesteuer ist die Gemeinde zuständig. Sie bestimmt, wie hoch der Satz sein soll und wer davon befreit werden soll. In der Regel sind das Steuerzahler, die auf ihr Haustier angewiesen sind – Blindenhunde zum Beispiel. Auch Rettungshunde sind von der Steuer befreit. Der Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e.V. sammelt auf seiner Internetseite die Gemeinden, die eine entsprechende Regel bereits umgesetzt haben. Viele stehen da noch nicht, vor allem findet sich außer der Stadt München, die die Regelung heuer im Frühjahr eingeführt hat, keine bayerische Gemeinde in der Aufstellung. „Uns wird aber auch nicht sofort jede Kommune gemeldet“, erklärt Christiane Backes von der Geschäftsleitung.

Erst vor wenigen Wochen hat zum Beispiel die Gemeinde Benediktbeuern im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen beschlossen, einen Rabatt bei der Hundesteuer einzuführen. Über die Höhe der Ermäßigung wird derzeit noch diskutiert, der Grundsatzbeschluss ist aber bereits gefallen. Im Gespräch sind 10 bis 20 Prozent, Benediktbeuern verlangt pro Hund regulär 65 Euro im Jahr. Bei der Gemeindeverwaltung Kirchheim im Kreis München ist man schon weiter. Dort hat der Gemeinderat Anfang 2013 beschlossen, Besitzer mit der offiziellen Lizenz ein Jahr komplett von der Steuer zu befreien. In den Folgejahren kostet ein Hund nach Auskunft von Heribert Grabler vom Ordnungsamt 40 statt 60 Euro. Die Stadt München beschloss im April, die Hundesteuer (100 Euro) zur Belohnung des Führerscheins im ersten Jahr zu erlassen – im ersten Schwung rechnet die Verwaltung mit einem Verlust von 40 000 Euro. Das Modell läuft bis 2016. Die Gemeinde Olching und die Stadt Fürstenfeldbruck denken nach Auskunft der Hundetrainerin Rosa Huber derzeit über eine ähnliche Lösung nach.

Geht es nach dem Bayerischen Gemeindetag, gewähren bald mehr Kommunen den Steuerrabatt. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn diese Modelle Schule machen würden“, sagte Sprecher Wilfried Schober. Denn wenn sich die Hunde anständig benehmen, sorge das für „sozialen Frieden“. Besonders nach Beißattacken wird immer wieder über die Einführung eines Leinenzwangs diskutiert – „diesen Verwaltungsaufwand könnten sich die Gemeinden dann sparen“, so Schober.

Den Hundeführerschein können Interessierte bei verschiedenen Anbietern absolvieren, zum Beispiel bei der Bayerischen Landestierärztekammer, beim Verband für das Deutsche Hundewesen oder bei zertifizierten Hundeschulen wie der von Rosa Huber aus Olching. Sie ist Mitglied beim Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV), den Kurs gibt es in zwei Stufen – an der Leine kostet er 90 Euro, ohne Leine 100.

Das Mindestalter für Hunde beträgt ein Jahr, Huber empfiehlt aber eher ein Alter ab eineinhalb bis zwei Jahren. Um den Führerschein zu erhalten, ist theoretisch kein Vorkurs nötig – wenn Hund und Halter die Anforderungen erfüllen, wird die Lizenz ausgestellt. Anderen empfiehlt die Expertin den Besuch einer Hundeschule im Vorfeld. Die Prüfung besteht aus einem Theorie- und einem Praxis-Teil.

Carina Lechner

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