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Bald bundesweit einheitlich? Abiturprüfung in einem Straubinger Gymnasium.

Erste Klausur schon im September 2013

Gemeinsames Abi: Bayern prescht vor

München – Den 27. September 2013 können sich die jetzigen Elftklässler am Gymnasium schon mal vormerken. An diesem Tag gibt es eine bayernweit einheitliche Deutsch-Klausur. Sie ist Auftakt eines ehrgeizigen Plans: des länderübergreifenden Abiturs.

Die Kultusminister klopften sich gegenseitig auf die Schulter: „Ein großer Schritt für das deutsche Schulwesen“, kommentierte der Hamburger Senator Ties Rabe (SPD) die Vereinbarung der 16 Bundesländer, bis 2017 gemeinsame Standards für das Abitur zu entwickeln. Bayern und fünf weiteren Bundesländern (Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern) geht das nicht schnell genug: Sie starten schon im kommenden Schuljahr mit den gemeinsamen Aufgaben. Grünen-Bildungspolitiker Thomas Gehring kritisiert dieses „Vorpreschen“ als „unnötig“. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) widerspricht: „Wir ermöglichen, dass Familien mit schulpflichtigen Kindern einfacher zwischen den Bundesländern wechseln können.“ Es gebe aber kein „Einheitsabitur“.

Erste Details zu den gemeinsamen Aufgaben wurden in dieser Woche den Schulen mitgeteilt. Demnach wird es erstmals am 27. September 2013 eine bayernweit einheitliche dreistündige Deutsch-Klausur geben. Sie enthält länderübergreifende Aufgaben, die mit den beteiligten Bundesländern abgestimmt sind. Eine weitere Übungsklausur in Englisch ist auf den 5. November 2013 terminiert. Sie soll 90 Minuten dauern und enthält einen Hörverstehensteil. Dazu wird den Schulen eine mp3-Datei übermittelt, die dann den Schülern vorgespielt wird. In Mathematik ist eine weitere Übungsklausur angesetzt – am 11. Dezember 2013. Die Hälfte der Aufgaben, die eine Arbeitsgruppe der sechs Bundesländer entwickeln wird, werden aus einem länderübergreifenden „Pool“ entnommen.

Diese Arbeitsgruppe dürfte noch oft tagen. Denn sie soll auch einen Aufgabenpool zimmern, aus dem dann die Abiturprüfungen für das Jahr 2014 entnommen werden. Die Angaben aus dem Kultusministerium hierzu sind etwas vage. So steht offenbar noch nicht fest, wer zuerst auf den Pool zugreifen darf und sich die Aufgaben aussuchen darf. Die Alternative wäre, dass alle Bundesländer (oder nur zwei bis drei?) einen gemeinsamen Termin für das Abitur finden – oder aber Aufgabenteile in einer Art Vorabitur auf das Frühjahr vorgezogen werden. Die Terminfrage sei für ihn „sekundär“, sagt Spaenle unserer Zeitung. Klar sei aber, dass das bayerische Abitur nach der Angleichung „sicher nicht“ leichter werde. Dieser Ansicht ist auch der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger: Leichter werde es nicht, meint er. „Aber der Zeitplan für Bayern ist schon sehr ambitioniert.“

Hier finden Sie einige Beispielaufgaben

Dirk Walter

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