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Die Zwischenbiland für das Wetter in Bayern fällt gemischt aus.

Wenig Schnee im Norden

Gemischte Winterbilanz in Bayern

München - Grüne Wiesen, weiße Berge - wer in den Weihnachtsferien Ski fahren oder rodeln wollte, musste sich sein Skigebiet vorher ganz genau aussuchen. Denn nicht überall waren die Bedingungen optimal.

Die Wintersaison war in Bayern bisher eher durchwachsen. Wärmerekorde zu Weihnachten haben dem Schnee in weiten Teilen des Landes den Garaus gemacht. Und je tiefer die Skigebiete liegen, desto größer ist die Frustration bei den Liftbetreibern und Gastronomen. In der Rhön machen sie deshalb eher lange Gesichter. Bessere Stimmung herrscht im Süden: Im Bayerischen Wald , im Allgäu und auf der Zugspitze ziehen die Experten eine überwiegend positive Bilanz. Der Deutsche Wetterdienst sagt für die kommenden Tage zunächst weiterhin milde Temperaturen und Regen voraus. Die Schneefallgrenze soll dabei um 1000 Meter liegen.

In der Rhön sei die Skisaison bislang ins Wasser gefallen, zog Roland Frormann, Geschäftsführer des Fremdenverkehrsverbandes Rhön ein negatives Fazit. „Wir hatten bislang nur 15 Tage Liftbetrieb. Das ist zu wenig. Das ist schlecht gelaufen. Da brauchen wir auch kaum was schön reden.“ Zudem seien die schneereichen zwei Wochen noch vor den Weihnachtsferien gewesen. „Davon hatten wir wirtschaftlich nichts.“ Er hofft nun für das Mittelgebirge im Dreiländereck von Thüringen, Bayern und Hessen auf baldigen Schnee, „damit wir noch ein bisschen was retten können - auch, wenn das den Schmerz nur lindern kann“.

Für den Großen Arber in Niederbayern dagegen fällt der Blick auf die bisherige Wintersaison günstiger aus. „Bei uns lief die Wintersaison über Weihnachten sehr gut. Es sind sehr viele Feriengäste aus dem gesamten Bayerischen Wald hergekommen“, sagte Betriebsleiter Thomas Liebl von der Arber-Bergbahn. Zudem seien in dieser Saison deutlich mehr Familien und junge Leute in das Skigebiet gekommen. Auch derzeit lägen noch 50 bis 60 Zentimeter Schnee auf den Pisten.

Im Allgäu ist die Stimmung bei Hoteliers und Liftbetreibern nach den beiden wichtigen Ferienwochen „nicht so schlecht“, sagte Erik Siemen, Projektleiter für Wintermarketing bei der Allgäu GmbH in Kempten. „Der Schneefall Anfang Dezember hat dafür gesorgt, dass die Hotels gebucht waren. Aber voll ausgelastet waren sie nicht.“ Das milde Wetter habe vor allem den Liftbetreibern einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Sie sind auf die Tagesgäste aus Stuttgart, Aalen oder Ulm angewiesen. Aber wenn es so warm ist, dass die Biergärten öffnen, denken die wenigsten ans Skifahren.“ Zudem hätten einige Liftanlagen wegen Föhnsturms zeitweise schließen müssen.

Die Pistenverhältnisse vor allem in den hochgelegenen Skigebieten der Allgäuer Alpen sind laut Siemen immer noch gut. Für die Liftanlagen in den mittleren und tiefen Lagen sei es jedoch höchste Zeit, dass sich der Winter zurückmeldet. Viele der kleinen Dorflifte, an denen Einheimische und Gäste ihren Kindern das Skifahren beibringen, seien wegen Schneemangels nicht in Betrieb.

An der Alpspitzbahn in Nesselwang waren die Ferienwochen „schwer durchwachsen“, wie Geschäftsführer Ralf Speck sagte. Viel Regen und Sturm hätten dem Betrieb in dem 900 bis 1500 Meter hoch gelegenen Skigebiet im Ostallgäu geschadet. „Wir brauchen dringend Schnee. Links und rechts der Piste ist es grün.“ Um die Schneekanonen einzusetzen, sei es derzeit zu warm.

Weitaus besser fällt die Bilanz des Geschäftsführers der Oberstdorfer Bergbahnen aus. „Unterm Strich sind wir sehr zufrieden. Das Wetter war zwar durchwachsen und es haben die schönen kalten Wintertage gefehlt. Aber wir konnten unseren Gästen durchgehend gute Pistenbedingungen bieten“, sagte Augustin Kröll. Am 2224 Meter hohen Nebelhorn oberhalb von Oberstdorf liegen derzeit 1,60 Meter Schnee.

Tipps für kalte Tage

Tipps für kalte Tage

Auch für das oberbayerische Skigebiet Spitzingsee kann Antonia Asenstorfer von den Alpenbahnen Positives melden: „Die Bedingungen sind optimal. Wir waren mit den Besucherzahlen in den Ferien sehr zufrieden.“ In Garmisch-Partenkirchen wird ebenfalls eine gute Bilanz gezogen. „Wir haben bei den Besucherzahlen den Schnitt der letzten fünf Jahre erreicht und sind damit deutlich besser als im Vorjahr. Das hat aber auch damit zu tun, dass wir fast eine Woche früher als sonst in die Saison starten konnten“, sagte Verena Lothes von den bayerischen Zugspitzbahnen. Noch gebe es in den Skigebieten rund um den höchsten Berg Deutschlands gute bis sehr gute Pistenverhältnisse, „aber der Regen in den vergangenen Wochen hat uns schon wehgetan“.

dpa

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