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Auf dieses Feld bei Düllstadt in Unterfranken wurde der Genmais von Monsanto im April gesät.

Genmais-Feld fast komplett zerstört

Düllstadt - Unbekannte haben Unterfrankens einziges Genmais-Feld bei Düllstadt (Landkreis Kitzingen) fast vollständig zerstört.

"95 Prozent der Pflanzen sind abgeschnitten worden", sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch in Würzburg. Unbekannte hätten am vergangenen Wochenende wahrscheinlich mit scharfen Messern die Pflanzen auf dem rund einen Hektar großen Feld bei Düllstadt (Landkreis Kitzingen) beseitigt. Die Ermittler hatten sich zunächst nicht an die Öffentlichkeit gewandt, um Nachahmungstäter zu verhindern.

Bayernweit gibt es nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz drei sogenannte Freisetzungsflächen. Hier dürfen gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Wie ein Sprecher des bayerischen Landwirtschaftsministerium sagte, zählen dazu zwei Mais-Flächen in Düllstadt und ein Kartoffelfeld bei Donauwörth. Bisher gibt es keine abgesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse über mögliche Gefahren für Gesundheit oder Umwelt durch Genmais.

Auf dem etwa einen Hektar großen Feld in Düllstadt, das zur Gemeinde Schwarzach am Main gehört, war der Genmais im Frühjahr trotz Protesten von Anwohnern und Umweltschützern für Forschungszwecke ausgesät worden. Bei dem Mais handelt es sich nach Angaben des US-Konzerns Monsanto um verbesserte Sorten. Die Versuche dienten der Produktentwicklung. Auf der Monsanto-Fläche werden bereits seit Jahren Versuche mit Genmais durchgeführt - behördlich genehmigt.

Der im Auftrag von Monsanto mit der Aussaat und Pflege des Genmais' beauftragte Agraringenieur Andreas Hetterich aus Schwarzach sagte am Mittwoch, in diesem Jahr seien die Versuche auf dem Feld wegen der Zerstörung beendet. 2010 werde er aber erneut auf den Flächen aussäen, sofern Monsanto ihn wieder damit beauftrage. Hetterich untersucht für das Unternehmen unter anderem, inwiefern die Pflanzen gegen Schädlinge resistent sind. Seinen Worten zufolge ist das zerstörte Maisfeld in der Region das einzige, auf dem genmanipulierte Pflanzen angebaut werden.

Die Polizei konnte nach dem Vorfall zunächst nicht herausfinden, wer die Maispflanzen abgeschnitten hat. Konventionelle Maispflanzen am Feldrand seien von den Tätern nicht beschädigt worden, sagte die Sprecherin und bestätigte damit Medienberichte. Der Sachschaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt. Bürger und Naturschützer wehren sich seit Jahren gegen den Anbau von Genmais in dem Landkreis.

dpa

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