+
Proteste überhört: Vorm Bundestag demonstrieren Genmais-Gegner, drin stimmt die CSU für die Sorte 1507.

CSU sorgt für Vewirrung

Gentechnik in Bayern – Jein!

München - Die Staatskanzlei predigt ein gentechnikfreies Bayern, gleichzeitig lehnt die CSU im Bundestag ein Verbot der Genmaissorte 1507 ab.

Widersprüchlich, findet Hofpfisterei-Chefin Nicole Stocker – und verweist auf einen Brief von Christine Haderthauer.

Berlin ist weit weg, aber eben nicht weit genug. Dass Union und SPD in der vergangenen Woche fast einstimmig, heißt: mit den Stimmen der CSU, gegen ein Verbot der gentechnisch veränderten Maissorte 1507 votierten, hat man auch in Bayern wahrgenommen. Heißt: in genau jenem Bundesland, das die CSU gentechnikfrei halten will. Wie geht das zusammen?

Gar nicht, erklärt die Geschäftsführerin der Hofpfisterei, Nicole Stocker. In einer Mitteilung, die unserer Zeitung vorliegt, bemängelt sie das „klare Jein“ der CSU zur Gentechnik. „Ich weiß nicht, was ich vom Abstimmungsverhalten der CSU halten soll“, heißt es dort. „Das steht komplett im Widerspruch zum Brief der Staatskanzlei.“

Gemeint ist ein persönliches Schreiben von Staatskanzlei-Chefin Christine Haderthauer (CSU), mit dem sie auf einen offenen Brief der Hofpfisterei an Horst Seehofer (CSU) reagiert. In dem hatte Stocker Bayerns Ministerpräsidenten aufgefordert, sich auf EU-Ebene gegen den Einsatz von grüner Gentechnik zu positionieren. Haderthauer bekräftigt in ihrem Antwortschreiben nun, dass Bayern nach dem Willen der Staatsregierung gentechnikfrei bleibe. Außerdem unterstütze die Regierung ein Selbstbestimmungsrecht der Regionen. Beides werde auf internationaler Ebene berücksichtigt.

Im Bund so, im Land ganz anders. Eine klare CSU-Position lässt sich da nicht erkennen. Damit liegt die Union im Trend, auch der Bund nimmt in der Mais-Frage keine Haltung an. Wenn am 11. Februar in der EU über die Zulassung von 1507 abgestimmt wird, wird sich Deutschland laut Regierungssprecher Steffen Seibert enthalten. Der Grund: Auch in der Regierung ist man sich uneins.

Sollte der Mais zugelassen werden, könnte der Vorschlag von Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wichtig werden. Er stellt sich eine Ausstiegsklausel für die Bundesländer vor. So könnte Bayern entscheiden, „einen bestimmten zugelassenen Mais nicht anzubauen“. Einziges Problem derzeit: Dazu gibt es noch keine abgestimmte Haltung.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

125-Jahrfeier der Bayern-SPD - kämpferischer Aufruf zum Wahlkampf
Bei der Feier der Bayern-SPD zu ihrer Gründung vor 125 Jahren hat die frühere Landesvorsitzende Renate Schmidt ihre Genossen zu einem engagierten und kämpferischen …
125-Jahrfeier der Bayern-SPD - kämpferischer Aufruf zum Wahlkampf
Autofahrer muss niesen und fährt ungebremst in die Leitplanke
Es waren nur wenige Millisekunden, die ein Autofahrer gezwungenermaßen unachtsam war - doch seine Niesattacke hat auf der A73 zu einem Unfall geführt. 
Autofahrer muss niesen und fährt ungebremst in die Leitplanke
Autofahrerin prallt mit Wagen gegen Hauswand und stirbt
Bei einem schweren Unfall am Samstagnachmittag ist eine Frau ums Leben gekommen. Die 63-Jährige war in Regensburg gegen eine Hauswand gefahren.
Autofahrerin prallt mit Wagen gegen Hauswand und stirbt
Auto stürzt in die Donau - Fahrerin tot
Ein Auto ist im Kreis Dillingen in die Donau gefahren. Taucher fanden am Samstagnachmittag die Fahrerin im Wageninneren.
Auto stürzt in die Donau - Fahrerin tot

Kommentare