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Der aus Afghanistan stammende Mann soll im April 2017 in Prien auf einem Supermarkt-Parkplatz eine 38 Jahre alte Frau vor den Augen ihrer Kinder mit Messerstichen getötet haben, weil die Muslimin zum christlichen Glauben konvertiert war.

Mordprozess in Traunstein

Muslim erstach zum Christentum konvertierte Frau - Urteil steht fest

Im April vergangenen Jahres hatte ein Muslim eine 38-jährige Frau erstochen - weil diese zum Christentum konvertiert war. Jetzt wurde das Urteil vor dem Landgericht Traunstein gesprochen.

Traunstein - Das Landgericht Traunstein hat am Freitag einen Mann muslimischen Glaubens wegen Mordes an einer zum Christentum übergetretenen Muslima zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Der Mann hatte die 38 Jahre alte Frau im April 2017 an einem Supermarkt in Prien am Chiemsee vor den Augen ihrer beiden fünf und elf Jahre alten Söhne erstochen. Täter und Opfer stammen aus Afghanistan und kannten sich flüchtig. 

Dem Sachverständigen gegenüber hatte er im Vorfeld des Prozesses den tödlichen Angriff zugegeben und gesagt, sich danach „leichter“ und „glücklicher“ gefühlt zu haben. Zeugen, die während des Prozesses vor Gericht ausgesagt haben, sprachen davor, dass die Bluttat vor dem Supermarkt „wie im Horrorfilm“ gewesen sei.

Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Anklagebehörde. Diese hatte dem 30-Jährigen vorgeworfen, er habe die Frau wegen ihrer Religionszugehörigkeit getötet. Verteidiger Harald Baumgärtl hatte hingegen beantragt, auf die besondere Schwere der Schuld zu verzichten. Er begründete dies unter anderem mit der „ganz außergewöhnlichen Lebenssituation“ des Angeklagten. Der abgelehnte Asylbewerber sei von klein auf mit Gewalt, Blut und Tod konfrontiert gewesen. In seinem Schlusswort hatte sich der Angeklagte bei den Hinterbliebenen entschuldigt.  Die 28-Jährige wurde unter großer Anteilnahme auf dem Priener Friedhof beerdigt.

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dpa/lby

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