+
Bär Ben auf einem undatierten Foto im Zirkus-Käfig. 

Überraschende Wende

Ende des Behörden-Hickhack um Zirkusbären Ben

Regensburg - Im Gezerre um einen der letzten Zirkusbären hat das Verwaltungsgericht einen vorläufigen Schlusspunkt gesetzt. Der Braunbär Ben bleibt zunächst in Gewahrsam der Behörden.

Die Beschlagnahme des Zirkusbären Ben in Niederbayern war rechtmäßig. Das Verwaltungsgericht Regensburg bestätigte am Donnerstag in einer Eilentscheidung, dass das Landratsamt Deggendorf den 22 Jahre alten Braunbären dem Eigentümer wegnehmen durfte. Wegen der wiederholten erheblichen Vernachlässigung des Tieres sei dies nicht zu beanstanden.

Das Landratsamt hatte nach Angaben des Gerichts am Montag in Plattling festgestellt, dass sich der Bär unbetreut, ohne Futter und Wasser, ohne Beschäftigungsmöglichkeit und ohne Zugang zum Außenbereich im fensterlosen Drittel seines Transportwagens befand. Laut dem Veterinäramt Weißenburg-Gunzenhausen habe es am vorherigen Standort vergleichbare Beanstandungen gegeben, berichtete ein Gerichtssprecher.

Ben ist einer der letzten Zirkusbären in Deutschland, nach Angaben der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ war er sogar der letzte Bär in einem fahrenden Zirkus. Zunächst hatten die Richter am Mittwoch entschieden, dass der Bär seinem Halter zurückgegeben werden muss. Grund war ein Formfehler der Kreisbehörde. Das Landratsamt erließ allerdings umgehend einen neuen Entscheid, der nun auch vom Verwaltungsgericht bestätigt wurde.

Landratsamt entscheidet nun über weiteres Vorgehen

Das Landratsamt hatte angekündigt, nach dem Urteil über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Ben ist derzeit an einem sicheren Ort untergebracht. Von einem Gnadenhof ist die Rede. Derweilen plant der Zirkus nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) Vorstellungen in Plattling ohne Ben.

Das Landratsamt hatte die Beschlagnahme des Bären mit tierschutzwidriger Haltung begründet. Bei der Aktion war es zu Tumulten zwischen Tierschützern und Zirkusmitarbeitern gekommen. Als die Polizei anrückte, versuchte Bens Besitzer zudem, mit dem Tieranhänger zu fliehen. Dabei durchbrach er einen Zaun.

Der Deutsche Tierschutzbund forderte die Behörden auf, den Bären bei der aktuellen unklaren Rechtslage keinesfalls an den Besitzer zurückzugeben. Der Verband will sich ebenso wie „Vier Pfoten“ dafür einsetzen, dass Ben seinen Lebensabend in einer Auffangstation verbringen darf. Am Freitag wird im Bundesrat über ein deutschlandweites Wildtierverbot beraten.

dpa 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Doppelmord in Traunreut: Hier schaut der Verdächtige einfach zu
Während Samstagnacht ein Großaufgebot in Traunreut nach einem Unbekannten suchte, der in der Kneipe Hex-Hex ein Blutbad angerichtet hatte, stand der mutmaßliche Täter …
Doppelmord in Traunreut: Hier schaut der Verdächtige einfach zu
Zug-Kollision nahe Augsburg Hauptbahnhof: Strecke wieder frei
In der Nähe des Augsburger Hauptbahnhofes sind am Montagmittag zwei Züge zusammengestoßen. Ein Lokführer wurde verletzt, die Ursache für den Unfall steht nun fest. Die …
Zug-Kollision nahe Augsburg Hauptbahnhof: Strecke wieder frei
Prozess: Ehestreit wegen Küsschen-Mail eskaliert - Frau tot
Eine zu Wutausbrüchen neigende Frau ist vollkommen ausgerastet, als ihr Ehemann sie mit einer Küsschen-Mail eines fremden Mannes konfrontiert hat. Der Streit endete in …
Prozess: Ehestreit wegen Küsschen-Mail eskaliert - Frau tot
Mädchenrealschule in Rosenheim evakuiert
Großeinsatz an der Mädchenrealschule in Rosenheim: Am Vormittag musste die Schule evakuiert werden, weil 20 Schülerinnen über Atemwegsprobleme klagten. 
Mädchenrealschule in Rosenheim evakuiert

Kommentare