Schuhmacher wurde verklagt

Ärger um Luxus-Slipper: Pfarrer wird zur Kasse gebeten

Trotz schmerzender Füße muss ein Pfarrer laut einem Urteil des Amtsgerichts Nürnberg seine teuren Maßschuhe bezahlen.

Nürnberg - Aus orthopädischen Gründen hatte der Geistliche im Jahr 2016 bei einem Schuhmacher spezielle und elegante Schuhe im Wert von knapp 1700 Euro anfertigen lassen, die er auch zu seinem geistlichen Gewand tragen wollte, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte.

Nachdem er die Schuhe bezahlt hatte, verklagte der Geistliche jedoch den Schumacher und verlangte sein Geld zurück. Die Treter passten seiner Meinung nicht, seine Füße würden nach längerem Tragen schmerzen. Der Handwerker dagegen sagte, er habe genau Maß genommen und die Schuhe gemäß dem Rezept des Orthopäden gefertigt. Zudem müsse der Pfarrer die Schuhe erst einlaufen, da er ausdrücklich ein härteres Leder gewünscht habe.

In welchem Umfang wurde die Maßanfertigung genutzt?

Das Amtsgericht gab dem Schumacher Recht (Az. 239 C 3934/17). Der Pfarrer habe auf die Frage, ob er die Schuhe denn eingelaufen habe, „keine hinreichende Antwort geben können“, hieß es. Es sei offen geblieben, ob er die Schuhe nur für einige Stunden oder an mehreren Tagen getragen habe und welche Strecke er damit zurückgelegt habe. Der Kläger müsse den Mangel jedoch präzise beschreiben und auch Angaben dazu machen können, ob er die Schuhe genug eingelaufen hat. Das Urteil ist rechtskräftig.

Das Thema Finanzen hält die Katholische Kirche derzeit in Atem. Ein Skandal bei der Diözese Eichstätt sorgt dieser Tage für Furore.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / Monika Skolim

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