23-Jähriger muss ins Gefängnis

Acht Jahre Haft: Vater schüttelte eigenes Kind fast zu Tode

München - Vor Gericht sitzt ein Vater, der sein Baby so lange schüttelte, bis es fast tot war. Das Kind wird für immer Schäden davon tragen. Heute soll ein Urteil fallen.

+++UPDATE 15.15 Uhr: Weil er seine zwei Monate alte Tochter fast zu Tode geschüttelt hat, muss ein Mann acht Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht München verurteilte den 23-Jährigen am Donnerstag wegen schwerer, gefährlicher Körperverletzung.

Wegen versuchten Mordes an seinem Baby hat die Staatsanwaltschaft für einen jungen Vater zwölfeinhalb Jahre Haft gefordert. Der 23-Jährige soll dem Kind im Dezember 2014 durch heftiges Schütteln schwerste Hirnverletzungen zugefügt haben. Das damals zwei Monate alte Mädchen wird zeitlebens behindert bleiben. Die Verteidigung beantragte am Donnerstag vor dem Münchner Schwurgericht einen Freispruch, der Angeklagte bestritt die Tat.

Staatsanwältin Nicole Selzam geht davon aus, dass der 23-Jährige seine Tochter als störend empfand. Er habe das schreiende Baby an einem Abend im Dezember 2014 geschüttelt, um es ruhig zu stellen. Dabei erlitt das Kind ein Schütteltrauma und ließ sich nicht mehr wecken. Erst gegen Morgen habe der Angeklagte den Rettungsdienst verständigt. Mehrere Operationen konnten schwerste und bleibende Folgen für das kleine Mädchen nicht verhindern.

Verteidiger Andreas von Mariassy wies darauf hin, dass im Tatzeitraum auch die damals 19 Jahre alte Mutter des Kindes in der Wohnung gewesen sei. Sie könne deshalb gleichfalls für die Verletzungen des Babys verantwortlich sein. Die Ehefrau des Angeklagten hat die Aussage während des Prozesses verweigert.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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