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Tracy-Ingrid und Reiner-Helmut Behrends.

Gericht verbietet Nachnamen "von Namibia"

Polling - Tracy-Ingrid Behrends aus Polling (Kreis Weilheim-Schongau) ist eine afrikanische Prinzessin. Deshalb möchte sie gerne den Titel „von Namibia“ tragen. Doch daraus wird wohl nichts.

Noch trägt Tracy-Ingrid den bürgerlichen Namen „Behrends“. Doch sie ist eine afrikanische Prinzessin, sagt sie. Deshalb soll aus ihrem profanen Nachnamen ein Adelstitel werden. Die Sekretärin (35), ihr Mann Reiner-Helmut (40), ein Grafiker, und Sohn Max (5) wollen sich „von Namibia“ nennen. Denn Tracy-Ingrid Behrends Großvater war der frühere Herero-Herrscher Clemens Mutuurunge Kapuuo aus Namibia. Im Ausweis des Paares aus Polling (Kreis Weilheim-Schongau) ist der Titel bereits als Künstlername eingetragen. Doch als echten Namen darf sie ihn nicht führen, sagt das Landratsamt Weilheim.

Zu Recht, bestätigt das Verwaltungsgericht. Tracy-Ingrid Behrends ist enttäuscht, als das Gericht ihrem Wunsch keine Erfolgschancen einräumt. „Ich habe mit Alternativvorschlägen gerechnet“, sagt sie, „weil mir der Titel schon in einer Art und Weise zusteht.“ Die Alternative hätte zum Beispiel so aussehen können: „Prinzessin Tracy von Kapuuo“. So wollte die Afrikanerin ursprünglich heißen. Doch das Landratsamt lehnte ab. Ebenso wie den Titel „von Namibia“. „Wir haben keinen Ermessenspielraum“, sagt der Sachbearbeiter der Behörde.

Reiner-Helmut Behrends spricht von einem „Skandal“, von einem „Politikum“. Das Amt habe die Namensablehnung mit Ergebnissen aus der Internet-Suchmaschine „Google“ begründet – dort werde Clemens Kapuuo unter anderem als Häuptling des Volkes der Herero geführt, nicht als König von Namibia. Es gehe aber nicht um Begrifflichkeiten, sagt Behrends. Es gebe eben keinen „König von Namibia“. Gleichwohl sei Clemens Kapuuo ein Herrscher gewesen. Behrends will, dass ein Fachmann eingeschaltet wird. Das Landratsamt sei „völlig inkompetent“. Für den 40-Jährigen geht es um ein hehres Ziel. Es gehe ihm nicht um sein eigenes Profil. „Es geht um völkerrechtliche Gleichstellung.“ Er fordert eine Gleichstellung von europäischen und afrikanischen Herrscherhäusern. „Wenn es ein Herrscherhaus von Dänemark gibt, dann gibt es genauso ein Herrscherhaus von Namibia.“

Doch genau an dem Punkt hakt es, findet das Gericht. „Der Prinz von Dänemark heißt so“, betont der Vorsitzende Richter, „während hier der gleiche Sachverhalt nicht vorliegt.“ Es gebe schließlich niemanden, der „von Namibia“ heiße. „Ihre Eltern und Großeltern haben ja nicht so geheißen.“ Behrends kontert: „Dann wird’s Zeit.“ Die Herrscherhäuser der Kontinente müssten endlich die gleichen Rechte haben. Doch das liegt nicht in Behrends Hand. „Das Recht, das Sie wollen, könnte nur Namibia geltend machen“, sagt der Richter. „Sie können nur ihre eigenen Rechte verfolgen, nicht die von Namibia.“ Doch das Ehepaar gibt nicht auf. Es will in die nächste Instanz gehen – um doch noch Prinzen von Namibia zu werden.

von Nina Gut

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