Sorgerecht

"Zwölf Stämme": Verfahren dauert Monate

Nördlingen - Die Gerichte werden sich noch mehrere Monate lang mit dem Entzug des Sorgerechts der Eltern bei der umstrittenen Sekte „Zwölf Stämme“ beschäftigen.

In den meisten Fällen seien die vorläufigen Verfahren nun in Hauptsacheverfahren übergeleitet worden, sagte der Nördlinger Amtsgerichtsdirektor Helmut Beyschlag am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „Das dauert Monate, da werden jetzt auch familienpsychologische Gutachten eingeholt“, erklärte er.

Im September 2013 hatte die Polizei wegen Prügelvorwürfen 40 Kinder aus den Gemeinschaften der „Zwölf Stämme“ im schwäbischen Deiningen und im mittelfränkischen Wörnitz geholt. Die Eltern wehren sich vor den Familiengerichten gegen die Wegnahme ihrer Kinder. Laut Beyschlag wurde der Sorgerechtsentzug in einzelnen Fällen bei älteren Jugendlichen aufgehoben. In diesen Fällen habe es keine Züchtigungen mehr gegeben.

In Nördlingen werden die meisten Fälle verhandelt, zudem ist das Amtsgericht Ansbach für einige Kinder zuständig. Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleiben in Mädchen und Buben in Pflegefamilien oder Heimen.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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