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Der Mann hinter dem Licht: Gerrit Jurda ist Lichtgestalter am Residenztheater

Gerrit Jurda rückt Theaterstücke ins rechte Licht

Der schöne Schein

München - Als Schüler stand er noch selbst auf der Bühne. Doch dann entdeckte Gerrit Jurda seine Liebe zum Licht.

„Ich habe irgendwann gemerkt, wie viel man mit Licht machen kann. Heute beeinflusse ich den Theaterabend am liebsten, ohne dabei auf der Bühne zu stehen.“ Die Zuschauer sollen das Licht eigentlich gar nicht wahrnehmen. Das ist der Ansatz des 41-jährigen Lichtgestalters. „Es soll helfen und unterstützen.“ Als man für das Stück „Eurydice: Noir Désir“ hinunter in die Kellergänge unter dem Theater ging, hat Gerrit Jurda deshalb nur Licht verwendet, das in solchen Räumen auch tatsächlich vorkommt: Leuchtstoffröhren und Industrielampen.

Seit fast fünf Jahren begleitet Gerrit Jurda Stücke am Residenztheater bei ihrer Inszenierung. Bis zur Premiere. Dann ist sein Job getan. Die technische Durchführung übernehmen andere. „So ist es effektiver und es bleibt mehr Zeit für die Probenbesuche.“ Als Lichtgestalter ist er fest beim Theater angestellt. Das gibt es nur an wenigen Theatern in Deutschland. „Unsere Augen sind anspruchsvoller geworden. Auch durch das Fernsehen. So wird Licht immer mehr zum Gestaltungselement. Mit dem Licht machen wir nicht nur die Szene sichtbar, wir verstärken auch Gefühle und erzeugen eine bestimmte Atmosphäre.“ Das kann dann auch schon mal technisch kompliziert werden: „Einmal gestaltet man ein Bild mit einem, mal mit 40 verschiedenen Scheinwerfern. Trotzdem soll es immer wie aus einem Guss aussehen.“

In einigen Stücken bringt Gerrit Jurda sogar die Requisiten selbst zum Leuchten: „Dann kommt das Licht etwa aus einem Koffer. So wird das Licht direkt auf der Bühne zu einem Teil der Inszenierung. Das fasziniert mich.“ Auch andere Gegenstände hat Gerrit Jurda schon zu Theaterscheinwerfern umfunktioniert: Eine Straßenlaterne, einen Fernseher – und einmal sogar einen Toaster.

Simon Plentinger

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