Huml kritisiert Petition

Gesundheitsministerin stellt sich gegen Legalisierung von Cannabis

München/Bayreuth - Cannabis für Erwachsene legalisieren - das fordert ein Verband in einer Petition. Gesundheitsministerin Huml kritisiert den Vorstoß.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat eine bundesweite Petition zur völligen Legalisierung von Cannabis für Erwachsene ab 18 Jahren kritisiert. „Die Gefahren durch Cannabis für die Gesundheit dürfen nicht verharmlost werden“, sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch kurz vor einer Diskussionsveranstaltung zu dem Thema an der Universität Bayreuth. Wer eine Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken fordere, ignoriere das Gesundheitsrisiko bei einem Konsum dieser Droge. „Das ist verantwortungslos“, so Huml.

Ministerin Huml zur Forderung: „Gaukelt Jugendschutz vor“

Der Cannabis-Verband Bayern (CVB) will mit der Petition erreichen, dass Hanf aus den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes gestrichen und grundsätzlich als landwirtschaftliches Produkt und Lebensmittel betrachtet wird. Zudem soll das Jugendschutzgesetz so erweitert werden, dass Hanfprodukte mit einem THC-Gehalt über 0,2 Prozent erst ab 18 Jahren erworben und verkauft werden dürfen. „Diese Forderung gaukelt Jugendschutz nur vor“, sagte Ministerin Huml.

500 000 Unterschriften bis Juli

Seit dem 7. Januar, dem Start der Petition, fand sie bereits 16 500 Unterzeichner. „Bis zum Juli wollen wir 500 000 Unterschriften sammeln“, hatte der Initiator und CVB-Chef Wenzel Cerveny gesagt. Die Petition läuft ein Jahr lang. Cerveny sollte am Mittwoch in Bayreuth seine Position vorstellen und sieht ein breites gesellschaftliches Interesse an der Cannabis-Legalisierung. Er war vor einem Jahr vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof in München damit gescheitert, ein Volksbegehren im Freistaat zur Legalisierung von Haschisch und Marihuana durchzusetzen.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © picture alliance / Patrick Pleul/dpa

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