Trauernder verwickelt sich in Widersprüche

Donauwörth: Frau vom eigenen Sohn ermordet?

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Donauwörth - Eine Frau wird in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Der Sohn alarmiert die Polizei. Doch dann kommt den Beamten ein schrecklicher Verdacht.

Nach dem gewaltsamen Tod von Michaela B. († 42) in Donauwörth hat die Kripo Dillingen einen ungeheuerlichen Verdacht: Könnte ihr eigener Sohn die allein lebende Frau erschlagen haben?

Timo B. (21) hatte sich am Dienstag gegen 13.15 Uhr per Notruf bei der Rettungsleitstelle gemeldet und mitgeteilt, dass er soeben seine Mutter leblos aufgefunden habe. Schon die sofort alarmierte Streifenbesatzung stellte fest, dass die Frau nicht einfach umgefallen und gestorben war. Zu massiv waren die Spuren von Gewalteinwirkung gegen ihren Körper.

Timo B., der in Donauwörth durch seine Auftritte mit einer örtlichen Musicalgruppe bekannt ist und auch in der Stadtkapelle spielt, wurde routinemäßig zur Befragung mitgenommen. Doch im Laufe des Gesprächs dämmerte es den Beamten offenbar, dass nicht einfach ein trauernder Sohn vor ihnen saß - sondern möglicherweise ein Killer. "Er hat sich in der Vernehmung in Widersprüche verwickelt", sagte ein Ermittler der tz.

Haftbefehl wegen Totschlags-Verdacht erlassen

Ob diese Widersprüche jedoch ausreichen, um den BWL-Studenten in U-Haft zu nehmen, war am Donnerstag lange unklar. Doch am Nachmittag wurde er dem Haftrichter am Amtsgericht Augsburg vorgeführt. Der erließ Haftbefehl wegen Totschlags-Verdacht. Ein Polizeisprecher: "Ein mögliches Motiv ist derzeit noch vollkommen im Unklaren, er selbst bestreitet die Tat."

Um weitere Beweise zu sichern, kamen zwei Tage nach Auffinden der Leiche Rechtsmediziner aus München erneut an den Tatort in der Berger Vorstadt. "Sie sollen biomechanische Untersuchungen durchführen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord der tz. Im Klartext: Die Experten versuchen anhand der Blutspritzer, ihrer Verteilung und Größe einen möglichen Tatablauf zu rekonstruieren.

Stand oder lag das Opfer zum Zeitpunkt des Angriffes? Wo befand sich Michaela B.? Wo stand der Täter? Womit hat er möglicherweise zugeschlagen? Denn noch immer fehlt das Tatwerkzeug. Bereitschaftspolizisten durchsuchten die Abfalltonnen in der Umgebung, Mantrailer-Hunde verfolgten Geruchsspuren, die vom Haus weg durch die gesamte Donauwörther Innenstadt führten. Das Tatwerkzeug blieb jedoch unauffindbar. Überdies wurden Profiler der Operativen Fallanalyse aus München angefordert.

Rubriklistenbild: © dpa

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