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Luchse sind in Bayern vom Aussterben bedroht. Ihre Tötung ist mit empfindlichen Strafen belegt.

Umweltministerin fordert strenge Bestrafung

Getöteter Luchs: Hohe Belohnung ausgesetzt

Schönberg/München - Drei getötete Luchse in weniger als einen Jahr, zwei wurden zudem grausam verstümmelt. Von den Tätern fehlt jede Spur. Das Umweltministerium setzt nun eine hohe Belohnung aus. Naturschützern reicht das alleine nicht.

Nach der Tötung eines Luchses im Bayerischen Wald hat das Umweltministerium eine hohe Belohnung in Höhe von 10 000 Euro zur Ergreifung des Täters ausgesetzt. „Die illegale Tötung streng geschützter Arten muss konsequent verfolgt und bestraft werden“, teilte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Freitag in München mit. Kurz vor dem Jahreswechsel war ein toter Luchs in einem Straßengraben bei Schönberg (Landkreis Freyung-Grafenau) gefunden worden. Untersuchungen hatten jetzt ergeben, dass das Tier vermutlich durch menschliche Gewalteinwirkung getötet wurde.

Luchse sind in Bayern streng geschützt. Der Jagdverband Bayern schätzt, dass es nur eine kleine zweistellige Zahl gibt. Genaue Angaben sind schwierig, da die Tiere sehr große Reviere haben und sich weitläufig im Grenzbereich zwischen dem Böhmerwald in Tschechien und dem Bayerischen Wald bewegen. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu Fällen von Wilderei. So hatten Naturschützer im Mai im Landkreis Cham vier abgeschnittene Vorderbeine von Luchsen gefunden. Die Täter wurden bis jetzt noch nicht ermittelt.

Naturschützer in Bayern fragen sich nach dem aktuellen Fall, ob auch andere überfahrene Luchse zuvor getötet wurden. „Wir fordern, dass frühere Wildunfälle mit Luchsen unter ähnlichen Fundumständen umgehend genauestens geprüft werden“, sagte der Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Norbert Schäffer, am Freitag in Hilpoltstein (Landkreis Roth). Es sei kein unbekanntes Vorgehen von Wilderern, getötete Luchse bewusst so auszulegen, dass sie offiziell als Verkehrsopfer erfasst werden. „Zukünftig muss jeder tote Luchs gemeldet werden. Ein Kadaver birgt viele Informationen, weshalb immer eine sorgfältige Spurensicherung durch die Polizei erfolgen muss, auch wenn es zunächst zum Beispiel wie ein Wildunfall aussieht“, forderte Schäffer.

Der SPD-Naturschutzexperte Florian von Brunn forderte eine Anpassung der Ermittlungsstrukturen sowie mehr Mittel für die Prävention und eine Kampagne der Staatsregierung gegen Wilderei und Artenschutzverstöße. „Drei grausam getötete Luchse in nur einem Jahr - und wie immer keinerlei Erfolge bei der Aufklärung dieser Umweltverbrechen! So kann es nicht mehr weitergehen.“

dpa

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