Gewehr in der Wäsche: Waffenbesitzer total sorglos

München - Eine Kontrollaktion bei Waffenbesitzern im Kreis München hat massive Sicherheitsmängel aufgezeigt:

Das Landratsamt hatte 167 Bürger in Garching, Ottobrunn und Unterhaching unangemeldet aufgesucht. Der Schwerpunkt lag auf Erben und Altbesitzern, die die Waffen nach veraltetem Recht erworben hatten. Am Montag wurde das Ergebnis bekannt gegeben. Von 82 angetroffenen Bürgern bewahrten 73 ihre Waffen nicht ordnungsgemäß auf. Das sind fast 90 Prozent. Die Kontrolleure fanden Pistolen oder Gewehre in Wäscheschränken, Schubladen oder unter dem Bett. Teilweise wurde die Munition neben der Waffe ungesichert gelagert. 22 Waffen wurden konfisziert, den Besitzern drohen Bußgelder bis zu 10 000 Euro.

„Das Ergebnis der Aktion ist höchst beunruhigend“, sagte Landrätin Johanna Rumschöttel (SPD). Hochgerechnet befänden sich im Landkreis über 8800 nicht ordnungsgemäß gesicherte Schusswaffen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte Erben und Altbesitzer auf zu überdenken, die Waffen zurückzugeben. Die Aktion bestätige indes seine Einschätzung, dass Sportschützen und Jäger im Regelfall verantwortlich mit ihren Waffen umgehen. Das Landratsamt München hatte dieser Gruppe attestiert, sich überwiegend an die Vorschriften zu halten.

Nach dem Amoklauf in Winnenden im März 2009 mit 15 Toten war das Waffenrecht vor allem hinsichtlich der Aufbewahrungsbestimmungen verschärft worden. Hermann kündigte an, die Folgen der Waffenrechts-Änderung für den Freistaat bis zum Jahresende zu prüfen. In Oberbayern gab es zum Zeitpunkt der Gesetzesänderung im Juli 2009 gut 120 000 Waffenbesitzer und 450 000 angemeldete Waffen.

Carina Lechner

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