Klagen über zunehmende Gewalt gegen Polizisten

München - Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern hat eine massive Zunahme der Gewaltbereitschaft gegen Einsatzbeamte beklagt und mehr Respekt vor den staatlichen Ordnungshütern angemahnt.

Immer wieder würden Polizisten durch Schläge, Tritte, Steinwürfe oder Knallkörper teilweise erheblich verletzt, sagte der GdP-Landesvorsitzende Harald Schneider am Montag in München. Im Jahr 2008 habe es in Bayern mehr als 3500 Gewalttaten gegen Polizisten gegeben. Dies bedeute täglich ungefähr zehn Angriffe auf Einsatzbeamte, betonte Schneider.

Die Zahlen für 2009 lägen noch nicht vor, aber es sei mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, hieß es. Unter dem Motto “Keine Gewalt gegen Polizei“ startete die GdP deshalb am Montag eine landesweite Plakat- und Unterschriftenaktion. “Es ist an der Zeit, dass wir an die Öffentlichkeit gehen“, sagte Schneider. Besondere Sorgen bereiten nach GdP-Angaben gewaltbereite Fans bei Spielen der 3. Fußball- Bundesliga. Bei den Gewalttätern handele es sich meistens um Jugendliche und Heranwachsende. In rund zwei Drittel der Fälle seien die Täter angetrunken.

Die Gewerkschaft begrüßt den Plan von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), die Strafen für Angriffe auf Polizisten zu verschärfen. Allerdings reicht es nach GdP-Ansicht nicht aus, dazu nur den Paragrafen 113 im Strafgesetzbuch (Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte) zu ändern. Vielmehr müsse der tätliche Angriff auf Vollstreckungsbeamte in einem eigenen Paragrafen geregelt werden, forderte Schneider. “Wir versprechen uns davon eine deutliche Verbesserung.“

Neben mehr Planstellen mahnte die Gewerkschaft auch eine bessere Ausrüstung für die Polizeibeamten an. So müsse endlich jeder Polizist Spezialhandschuhe bekommen, die besonders gegen Schnitt- und Schlagverletzungen schützen, sagte GdP-Experte Helmut Bahr. “Denn wir haben sehr viele Handverletzungen.“

dpa

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