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Blitz-Atlas Deutschland: Der Blitzinformationsdienst der Firma Siemens erfasst seit 1999 Blitzeinschläge in ganz Deutschland. Das Voralpenland trifft es demnach besonders hart.

Gewitter-Karte zeigt's: Blitzmagnet Voralpenland

München - Der Blitz ist eine Urgewalt, der abertausende Ampere Strom freisetzt. Ein Karte zeigt nun, wo Blitze in Deutschland am häufigsten einschlagen. Das Alpenvorland trifft es besonders oft.

Sieben Mal wurde der amerikanische Parkwächter vom Blitz getroffen – und überlebte jedes Mal, bevor er sich in den 1980er Jahren aus Liebeskummer das Leben nahm. Roy Sullivan war Weltrekordhalter im Vom-Blitz-Getroffen-Werden. Der nächste Rekord könnte aus dem Voralpenland kommen. Dort schlagen nach dem Mittleren Erzgebirgskreis (Sachsen) am häufigsten Blitze ein.

BLIDS, der Blitzinformations Dienst der Firma Siemens, erstellte nun eine detaillierte Karte. Der Dienst zählte seit 1999 im Schnitt rund fünf Einschläge pro Quadratkilometer. Von den Landkreisen Ebersberg bis nach Garmisch-Partenkirchen. München ist wegen seiner hohen Gebäude besonders gefährdet. 150 Antennen in ganz Europa messen dazu die Spannung in der Luft, 15 davon stehen in Deutschland.

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Das Prinzip ist einfach. Wie ein Stein, der ins Wasser fällt, verursacht auch der Blitz beim Einschlag Wellen. „Diese Wellen werden von den hochsensiblen Antennen erfasst und in unserer Zentrale nach Karlsruhe weitergeleitet“, sagt Stephan Thern von Projekt BLIDS. Dort errechne ein Computer, wo genau der Blitz den Boden berührt hat. Auch wenn die Antennen aussähen, wie „ein Halb-Liter Yoghurt-Becher auf den Kopf gestellt“, so Thern, seien sie so empfindlich, „dass zum Beispiel der Funkenschlag einer Trambahn aus dem Ergebnis herausgefiltert werden muss“.

Über eine Million Blitze schießen pro Jahr in ganz Deutschland in die Erde. Oder in Gebäude. Deswegen sind diese Daten besonders wichtig für Unternehmen und Versicherungen. Diese leiten daraus ab, in welchen Regionen das Risiko besonders hoch ist. Interessant sind die Daten aber auch für Wetterdienste. „Oft werden die Blitze nur für ein Jahr dargestellt“, sagt Guido-Peter Wolz, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in München. Dass das Alpenvorland besonders häufig getroffen wird, decke sich auch mit seinen Erfahrungen. „Häufig wird höchste Gewitteraktivität in dieser Region beobachtet, wenn mit südwestlichen Strömung feuchtheiße Meeresluft zu uns gelangt“, sagt Wolz. Das führt oft zu wolkenlosem Himmel, die Sonne erhitzt die Luft dann zusätzlich. So kommt es häufig zu Gewittern mit extrem hohen Spannungen. „Die Gewitterkomplexe sind teilweise über 200 Kilometer lang“, weiß der Meteorologe.

Der Siemens-Blitzatlas zeigt auch, wo das Risiko, von einem Blitz getroffen zu werden, am geringsten ist. In Schleswig-Holstein etwa schlägt in manchen Landkreisen jahrelang überhaupt kein Blitz ein. Ob es dort dann auch mehr Lotto-Gewinner gibt, ist unbekannt.

Patrick Wehner

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