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Auf einem Feuerwehrfest

Nachbarn in den Rücken geschossen: Opfer gelähmt, Täter freigesprochen

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Zwei Nachbarn in Feindschaft: Bei einem Feuerwehrfest in Franken kam es zu einem versuchten Mord - jetzt ist das Urteil gefallen. Der Täter wurde freigesprochen.

Update vom 1. August 2019: Ein Landwirt hat einem Nachbarn in den Rücken geschossen - trotzdem ist er freigesprochen worden. Die Richter am Landgericht Würzburg hielten die Tat und die Mordabsicht in ihrem Urteil am Donnerstag für bewiesen, den 71-jährigen Deutschen jedoch für schuldunfähig. Laut einem Gutachten leidet er an psychotischen Wahnvorstellungen. Wegen Wiederholungsgefahr ordneten die Richter die Unterbringung in einer Psychiatrie an.

Der Landwirt hatte auf einem Feuerwehrfest in Giebelstadt (Landkreis Würzburg) im Juni 2018 von hinten auf seinen Nachbarn geschossen. Das Opfer ist seither querschnittsgelähmt. Der Landwirt sagte im Prozess, er habe sich von seinem Nachbarn verfolgt gefühlt. Er warf diesem unter anderem vor, seine Kühe mit Nägeln verletzt und seinen Traktor mit Säure verätzt zu haben. Staatsanwalt, Opferanwalt und Verteidiger waren in ihren Plädoyers ebenfalls von Schuldunfähigkeit ausgegangen.

Ursprungsmeldung vom 10. Juni 2018: Nachbarn niedergeschossen

Giebelstadt - In der Marktgemeinde Giebelstadt bei Würzburg kam es am Samstag zu einem versuchten Mord. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein 55-Jähriger niedergeschossen. Der mutmaßliche Täter ist sein Nachbar (70). 

Die Schüsse fielen auf einem Feuerwehrfest und während einer Traktor-Show. Der Täter habe aus kurzer Distanz auf sein Opfer gefeuert. Zeugen schilderten der Main-Post, dass der Mann ein Bolzenschuss-Gerät benutzt habe, wie es zum Schlachten von Schweinen verwendet wird. 

Not-OP: Zustand des 55-Jährigen kritisch

Dabei wurde der 55-Jährige erheblich am Oberkörper verletzt. Mit einem Rettungshubschrauber wurde er in eine Klinik geflogen und notoperiert. Laut dem Main-Echo sei sein Zustand am Samstagabend kritisch, aber nicht lebensbedrohlich gewesen. 

Wie das Main-Echo weiter berichtet, fielen die Schüsse gegen 15.45 Uhr. Danach sei der Verdächtige zu seinem Haus im Nachbarort Wolkshausen gefahren. Die Polizei umstellte das Anwesen. Schon rund eine Dreiviertelstunde nach der Tat konnte der 70-Jährige überwältigt werden. Bei der Festnahme wurde eine Beamtin der Ochsenfurter Polizei verletzt. Das bereits verständigte Spezialeinsatzkommando konnte wieder umdrehen.

Schon länger Streit zwischen den Nachbarn 

Die Ermittlungen der Kripo wegen eines versuchten Tötungsdeliktes laufen. Das genau Motiv ist unklar. Die Polizei teilte jedoch mit, dass die Männer eine „Vorbeziehung“ gehabt hätten, die bei der Tat wohl eine Rolle spielte. Wie die Main-Post von Nachbarn erfuhr, seien der allein lebende Junggeselle und die Familie des 55-Jährigen schon länger im Streit miteinander. Ein Zeuge erzählte der Zeitung, der Tatverdächtige habe vor einiger Zeit die Ehefrau des Opfers zu würgen versucht.

Nun eskalierte der langjährige Nachbarschaftsstreit offenbar endgültig.

mag

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