Das giftige Jakobskreuzkraut

Giftiges Jakobskreuzkraut breitet sich in Bayern aus

Kaufbeuren - Die gelb blühende Giftpflanze Jakobskreuzkraut breitet sich in Bayern immer weiter aus.

Vor allem auf Grünflächen, die selten gemäht werden, taucht das Kraut vermehrt auf. "Es ist wichtig, dass wir das Problem ernst nehmen und die Ausbreitung der Pflanze frühzeitig eindämmen. Denn die Gefahr für unsere Tiere ist nicht zu unterschätzen", sagte Claudia Schatz, Landwirtschaftsrätin beim Amt für Landwirtschaft in Kaufbeuren, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Pferde und Rinder würden besonders empfindlich auf das Gift der Pflanze reagieren. In zu großer Menge oder auf Dauer könne es zu tödlichen Leberschäden führen.

Spuren des Lebergifts, das im Jakobskreuzkraut enthalten ist, wurden laut Schatz auch schon in Milch nachgewiesen. Für Menschen bestehe dennoch keine Gefahr, da die Mengen in Milchprodukten zu gering seien. "Der Mensch müsste schon etliche Kilogramm zu sich nehmen, um auf das Gift zu reagieren." Für Tiere sei die Gefahr wesentlich größer. Denn die Giftstoffe des Krauts blieben im Heu und in der Silage genauso wirksam wie in der frischen Pflanze. Und während die Weidetiere das Kraut oft aufgrund seines unangenehmen Geruchs verschmähen, werde dieser im Heu überdeckt, sagte Schatz.

Das von Juni bis August leuchtend gelb blühende Jakobskreuzkraut wird zwischen 30 Zentimeter und einem Meter hoch. Es wächst vorwiegend am Straßenrand, entlang von Bahnschienen oder auf wenig gepflegtem, lückigen Grünland. Um der Verbreitung des giftigen Krauts vorzubeugen, müssten Wiesen regelmäßig gemäht und Trittschäden vermieden werden, sagte Schatz. "Auf Weiden, die eine dichte Grasnarbe haben, kann sich die Pflanze nicht ausbreiten."

Wächst bereits Jakobskreuzkraut, sollte es mitsamt der Wurzel ausgerissen werden. Dazu empfiehlt die Expertin, sich mit Handschuhen zu schützen. Ausgerissenes oder abgemähtes Kraut dürfe nicht auf den Wiesen liegenbleiben, sondern müsse vernichtet werden. "Um dem Kraut Herr zu werden, ist oft mühevolle Handarbeit nötig. Aber es ist wichtig, diese gefährliche Pflanze im Frühstadium zu bekämpfen." In der Schweiz und in Großbritannien seien größere Bestände von Jakobskreuzkraut bereits meldepflichtig.

dpa

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