"Gold-Rosi" wird 60

Garmisch-Partenkirchen - Mit Doppel-Gold bei Olympia 1976 ist Rosi Mittermaier direkt in die Herzen der Fans gefahren. Am 5. August wird die Ski-Legende 60. Was sich "Gold-Rosi" am meisten wünscht:

Mit fast 60 Jahren sei sie im “besten Alter“, findet Rosi Mittermaier. “Wenn man die 60 erreicht und glücklich und froh auf das Zurückliegende blickt, kann man nur zufrieden und dankbar sein“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin von 1976, die am Donnerstag (5. August) Geburtstag feiert. Bei Fans und Freunden ist viel von einer der größten deutschen Wintersport-Karrieren in Erinnerung geblieben, aber für sie selbst waren die schönsten Momente andere. “Wenn zwei Kinder in eine Partnerschaft geboren werden, dann macht einen das viel glücklicher. Wenn man so einen kleinen Wurm auf dem Arm hält, ändert sich schlagartig das ganze Leben.“

Die Familie, das betont die zehnmalige Weltcup-Siegerin immer wieder, sei ihr das Wichtigste. Neben dem Sport. Mit ihrem Ehemann Christian Neureuther teilt sie nicht nur Erfahrungen aus der gemeinsamen Ski-Laufbahn, sondern fühlt auch bei der Karriere von Sohnemann Felix Neureuther mit. “Mein Mann und ich haben so viel Gleiches erlebt und erleben das jetzt noch einmal mit“, schwärmte die Sportlerin des Jahres von 1976. “Dann kommen auch eigene Erinnerungen wieder hoch. Das kann einem keiner mehr nehmen und da wirken Olympische Spiele bei allen Menschen nach. Es wäre eine Ehre und so positiv, wenn München 2018 die Winterspiele ausrichten dürfte, denn die positive Nachwirkung ist enorm.“

Olympia 2018 in München, das wäre auch für Mittermaier noch einmal etwas ganz Besonderes. Denn der Reiz der Wettkämpfe unter dem Logo der fünf Ringe war spätestens damals übergroß, als die ältere Schwester Heidi an den Spielen in Squaw Valley (1960) und Innsbruck (1964) teilnahm. “Das war sozusagen mein Vorbild, als ich zehn Jahre alt war. Dass ich das Ziel dann erreichen würde, war der Wahnsinn“, sagte Mittermaier, die neben dem Sohn auch noch Tochter Ameli, eine Modestylistin, hat.

Weiterhin ist sie stets liebend gerne im Schnee unterwegs, wenngleich sie die Fahrweise dem Alter angepasst hat. “Ich fahre schon heute natürlich nicht mehr so den Hang runter wie früher, das wäre auch vermessen von mir. Aber es bleibt ein herrlicher Sport für uns“, erzählte das Hall-of-Fame-Mitglied des deutschen Sports. Vor allem, wenn man den Schnee und die Pisten gleich vor der Haustür hat, vor der in einem halben Jahr auch die alpinen Ski-Weltmeisterschaften stattfinden. Und wenn man bei solchen Großereignissen mit jungen Leuten zusammenarbeitet, “bleibt man selber jung“.

Aber auch der Sport ist ein Lebenselixier. Immer noch ist sie “ganz froh und selig, dass meine Eltern mich haben Sport treiben lassen“. Und wenn Rosi Mittermaier es durch ein selbst verfasstes Buch oder einfach nur als Vorbild schafft, Leute von der Couch zu holen und körperlich aktiv werden zu lassen, verspürt die Nordic- Walking-Anhängerin den Stolz, den sie beim Blick auf die Erfolge von einst nicht hat.

Ein großes Fest werde es am Geburtstag nicht geben, sagte Mittermaier. Aber über ein “Geschenk“ würde sie sich besonders freuen: Eine Einigung in den offenen Fragen der Olympia-Bewerbung für 2018. “Das wäre wirklich schön. Denn München ist der geeignete Ort mit den Pisten hier in Garmisch-Partenkirchen. Es ist ja fast alles vorhanden und große Einschnitte in die Natur gibt es nicht“, sagte die “Gold-Rosi“.

dpa

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