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Goodbye Englisch: Bayern stellt wieder auf Deutsch um

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Minister Markus Söder mit Bettina Alsters. Die Leserin des Münchner Merkur hatte den besten Alternativ-Vorschlag für den neuen Namen der Kampagne.
Minister Markus Söder mit Bettina Alsters. Die Leserin des Münchner Merkur hatte den besten Alternativ-Vorschlag für den neuen Namen der Kampagne. Dafür gab`s einen Blumenstrauß. © Marcus Schlaf.

Die Alkohol-Präventionskampagne „Be hard, drink soft“ des bayerischen Gesundheitsministeriums heißt künftig „Starker Wille statt Promille“. Minister Markus Söder hat den Spruch aus den Zuschriften der Leser des "Münchner Merkur" gewählt.

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Als die 46-jährige Bettina Alsters aus Penzberg (Kreis Weilheim-Schongau) vor drei Wochen beim Frühstück den Münchner Merkur las, sah sie die Geschichte über die englischsprachigen Kampagnen der Ministerien und den Ärger der Leser – und überlegte sich spontan eine Alternative. „Für mich war das eine Herausforderung“, sagt sie. Denn als Sozialarbeiterin unter anderem am Gymnasium Penzberg wird sie immer wieder mit Jugendlichen und ihren Alkoholproblemen konfrontiert. 80 bis 90 Schüler kommen jedes Schuljahr mehr oder weniger freiwillig zu ihr, nicht nur wegen Alkoholproblemen, sondern auch wegen Drogen, Mobbing, Trennung der Eltern oder Prüfungsangst. Auch bei Schulfesten ist sie präsent.

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Bei ihrer Arbeit hat sie oft mit der Alkohol-Präventionskampagne des Gesundheitsministeriums zu tun, sie steht in bestimmten Jahrgangsstufen sogar im Lehrplan. „Da werden dann zum Beispiel exotische Cocktails ohne Alkohol gemixt“, sagt Alsters. „Ich finde die Kampagne absolut sinnvoll“ – aber der Slogan sei verfehlt gewesen.

Das ist auch Söder aufgefallen, der erst seit einem halben Jahr das Ministerium leitet und die englischen Namen wieder eindeutschen will. „Es herrscht offenbar der Gedanke vor, dass man Menschen besonders anspricht, wenn man alles in Englisch formuliert“, sagte Söder. „Aber ich glaube, das Gegenteil ist der Fall. Es versteht keiner mehr.“ Mit seinem Vorhaben stößt Söder im Haus nicht überall auf Beifall. „Schließlich sind die Broschüren gedruckt, da kommt dann das Argument: Das kostet ja was.“ Aber er will nicht lockerlassen.

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Mit der „Be hard, drink soft“-Kampagne hat er in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung den Anfang gemacht. „Ich habe jeden einzelnen Vorschlag gelesen, und als Ein-Mann-Jury habe ich den Gewinner ausgesucht.“ Alsters Vorschlag treffe den Kern und klinge auch gut, was bei derartigen Slogans sehr wichtig ist. Das weiß auch Alsters: „Es gab viele witzige Einsendungen, aber wenn etwas zu lang ist, schalten Jugendliche ab“, sagt die verheiratete 46-Jährige, die selbst Mutter von zwei 14 und 18 Jahre alten Kindern ist.

Und die Sozialarbeiterin ist auf den Geschmack gekommen. Denn neben der Alkohol-Präventionskampagne gibt es zum Thema Rauchen einen weiteren Slogan des Ministeriums, der Jugendliche von der Sucht abhalten soll – „Be smart, don’t start“. „Da habe ich mir auch eine gute Alternative überlegt“, sagt Alsters. Vielleicht meldet sich Söder bald wieder bei ihr.

Von Boris Forstner

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