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Polizeibeamte bilden ein Ehrenspalier vor dem Mariendom in Augsburg.

Bewegender Abschied von ermordetem Polizisten

Augsburg - Der Augsburger Mariendom war bis auf den letzten Platz gefüllt: Knapp 2000 Menschen haben sich am Montag zu der Trauerfeier für den ermordeten Polizisten versammelt.

Das große Bild des ermordeten Polizisten ist gleich neben dem Altar aufgestellt. Es zeigt einen fröhlichen Mann mit blauen Augen und einem Lächeln im Gesicht. Zwei Polizistinnen stehen während der zweistündigen Trauerfeier regungslos daneben und erweisen ihrem Kollegen die letzte Ehre - zusammen mit knapp 2000 Trauergästen, die am Montagnachmittag in den Augsburger Mariendom gekommen sind. Vor dem Bild liegen zahlreiche Kränze und Gestecke, ein paar Meter weiter erinnert eine brennende Kerze an den tapferen Beamten. “Ein Stern, der deinen Namen trägt“, ist darauf zu lesen.

Schon vor dem Gottesdienst stauen sich die Busse vor dem Mariendom. Immer mehr Polizisten steigen aus und suchen sich einen Platz in der Kirche. Mehr als tausend Beamte aus ganz Deutschland seien nach Augsburg gekommen, sagt ein Sprecher der Polizei.

Doch auch viele Menschen aus der Bevölkerung nehmen bei dem Gottesdienst Anteil. “Der war so beliebt, der Mann“, sagt eine Passantin. Eine andere Frau ist zusammen mit ihrer Nachbarin gekommen. “Ich habe ihn persönlich nicht gekannt, aber das hat ja alle hier betroffen“, sagt die pensionierte Beamtin vor dem Gottesdienst.

Berührende Bilder der Trauerfeier

Polizistenmord in Augsburg: Berührende Bilder der Trauerfeier

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Landespolizeipräsident Waldemar Kindler sind ebenfalls unter den Trauergästen. Nach der Predigt von Bischof Konrad Zdarsa wendet sich Herrmann an die Trauergemeinde: “Noch immer stehen wir diesem schrecklichen Ereignis fassungslos gegenüber.“ Der Verstorbene sei ein “wichtiger Mentor“ für jüngere Kollegen gewesen. Den Angehörigen sprach Herrmann sein Beileid aus: “Ganz Bayern trauert mit Ihnen.“

“Wir bemühen uns, wieder in den Alltag zurückzukehren“, sagt Augsburgs Polizeipräsident Gerhard Schlögl in seiner Ansprache im Mariendom. Auch Herrmann weist auf die psychische Belastung hin. Angesichts des riskanten Berufs warnt er jedoch zugleich vor zu viel Misstrauen und Angst im Polizeidienst. Man dürfe selbst nach dieser Tat nicht in jedem Menschen einen Verbrecher sehen.

Ob das Verbrechen aufgeklärt werden kann, ob die Trauernden Antworten auf ihre vielen Fragen erhalten, ist bislang noch völlig unklar. Denn die Sonderkommission der Kripo hat noch keine heiße Spur. Am 28. Oktober war der 41 Jahre alte Hauptkommissar nach einer Routinekontrolle und anschließenden Verfolgungsjagd im Augsburger Stadtwald erschossen worden. Er hinterließ eine Frau und zwei Söhne.

Seine 30 Jahre alte Kollegin erlitt bei der Schießerei eine Verletzung an der Hüfte. Die unbekannten Täter sind seitdem auf der Flucht. Die Polizei prüft derzeit DNA-Spuren, die am Tatort sichergestellt werden konnten. Ein Abgleich mit bundesweiten Daten brachte aber keinen Treffer. Hoffnungen setzen die Ermittler auch auf Tipps aus der Bevölkerung. Die Belohnung für entscheidende Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens wurde unterdessen auf 55 000 Euro erhöht. An diesem Mittwoch (20.15 Uhr) wird der Fall in der ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY... ungelöst“ behandelt.

dpa

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