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Ärger um das Glockengeläut am Chiemsee (Symbolbild).

Ärger in Chiemsee-Gemeinde

Glockengeläut an Heiligabend sorgt für Empörung: „Das ist kein lebenswertes Leben mehr“

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Ärger in der Chiemsee-Gemeinde Grabenstätt: Ausgerechnet im tiefsten Oberbayern beschwert sich ein Anwohner massiv über Glockengeläut am 24. Dezember.

  • Am Chiemsee gibt es Ärger über einen anonymen Brief. 
  • Ein Anwohner in Grabenstätt ärgert sich massiv über die Kirchenglocken
  • Das Geläut an Heiligabend wäre „menschenunwürdig“ gewesen.

Kirchenglocken-Ärger in Grabenstätt: Schreiben geht ein in Rathaus und Kirchengemeinde

Grabenstätt - In der Chiemsee-Gemeinde (Landkreis Traunstein) gibt es Unmut über ein anonymes Schreiben, das im Rathaus und der katholischen Kirchengemeinde eingegangen ist. In diesem beschwert sich ein angeblicher Anwohner massiv über das Kirchengeläut. 

Deftiges Protestschreiben am Chiemsee: Grabenstätter Bürger meckert über Kirchenglocken an Heiligabend

Das Portal chiemgau24.de* berichtete zuerst über den Glockengeläut-Streit von Grabenstätt. Demnach bezeichnete der Verfasser (oder die Verfasserin) des Briefes das „Sturmläuten“ am 24. Dezember als „menschenunwürdig“. In dem Brief ärgert sich der Verfasser darüber, dass man in den Weihnachtsferien, wo Eltern doch extra Urlaub genommen hätten, nicht ausschlafen konnte, weil schon um 6 Uhr die Kirchenglocken läuteten. 

„Das ist kein lebenswertes Leben mehr im Ortskern von Grabenstätt. Spätestens jetzt sind nicht nur wir Eltern wach, sondern auch unsere Kinder. Was nun? UNO spielen?", poltert er weiter im Schreiben.

Der Verfasser des Briefes kündigt außerdem eine Bürgerinitiative und Unterschriftenliste an, um das „mehrminütige Sturmgeläut“ künftig zu unterbinden. Bisher ist aber nichts in dieser Richtung passiert.

Grabenstätt: Kirchengemeinde reagiert irritiert - und will sich nicht einschüchtern lassen

Harter Tobak für die Kirche. Auf Anfrage von chiemgau24.de* zeigt sich Verwaltungsleiter Max Wimmer von der Pfarrei St. Maximilian in Grabenstätt irritiert: „Wir haben diesmal an Heiligabend nicht anders geläutet als sonst oder wie an allen anderen Tagen auch.“ Noch nie habe es eine Beschwerde gegeben. Man werde so weiter läuten, wie bisher auch. 

Auf der Facebook-Seite von chiemgau24.de entbrannte eine Diskussion. Die meisten Leser können den Brief nicht verstehen. „Ich wohne in direkter Nähe zu einer Kirche und ich muss sagen, gerade das Geläut zu Weihnachten ist irgendwie total schön und Musik für meine Ohren und Sinne“, schreibt eine Frau. Viele fordern, dass der Verfasser doch wegziehen soll, wenn es ihm nicht passt. „Dann sollen die woanders umziehen, ich glaube nicht, dass die schon jahrelang da wohnen. Uns Einheimischen stören die Glocken nicht!“, empört sich eine weitere Kommentatorin. 

Tradition und Anwohner: Immer wieder Glockenstreitigkeiten in Bayern

Der Fall erinnert an einen Kirchenglocken-Streit in Franken. Ein Münchner wollte sein Rentner-Dasein im idyllischen Hauendorf verbringen - doch das Läuten der benachbarten Kirchenglocken störte ihn. Der klagte die Gemeinde an, wie Merkur.de berichtete. Einen ähnlichen Ärger gab es auch in Weyarn im Landkreis Miesbach. Eine Neubürgerin wollte die Kirchenglocken zum Schweigen bringen (Merkur.de*). Der Pfarrer der Gemeinde reagierte cool über Facebook. Er antwortete der Anwohnerin: „Ihrer Forderung wird in dreifacher Weise entsprochen: Nicht, gar nicht und überhaupt nicht.“

Archiv-Video: Kirchenglocken-Streit in Weyarn

Parallelen weist der Fall auch mit dem legendären Kuhglocken-Streit im oberbayerischen Holzkirchen auf. Ein Zugezogener klagte gegen das Bimmeln der Kuhglocken - auch hier kam es zu einem Gerichtsprozess. Sogar Landtagspräsidentin Ilse Aigner wies danach den Neubürger zurecht (Merkur.de*). Unvergessen auch der Ärger um Feuerwehr-Sirenen in Paunzhausen - ein Nörgler störte sich daran (Merkur.de*).

Einem Mann aus Würzburg wurde ein Video-Chat auf Instagram zum Verhängnis. Um mehrere tausend Euro erpresste ihn eine Frau - was ihn in eine ausweglose Situation brachte.

*Merkur.de und chiemgau24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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