Dominik R. soll die Mutter seines Sohnes Luca, Lisa H. (Foto), getötet haben.

Lisa (20) getötet

Grausamer Mord in Freyung: Prozess muss vertagt werden

Wochenlang hielt dieser Fall die Polizei in Atem: Die junge Mutter Lisa H. (20) galt zunächst als vermisst, bis ihre Leiche in einem Plastiksack gefunden wurde. Nun sollte ihr ehemaliger Lebensgefährte vor Gericht stehen.

Passau - Die grausame Tat in Freyung hat im vergangenen Herbst die Menschen erschüttert: Der 22-jährige Dominik R. ersticht seine Freundin Lisa H. (20), die Mutter seines Sohnes, und versteckt ihre Leiche in einem Plastiksack. Mit dem zweijährigen Luca flüchtet er nach Spanien. Wochen später wird er ausgeliefert. Der Täter schweigt zu den Vorwürfen. Am heutigen Dienstag hat der Prozess vor dem Landgericht in Passau begonnen. Die Anklage lautet auf Mord. 

Vor einem großen Aufgebot an Medienvertretern sowie zahlreichen Zuschauern hatte der mit Handschellen gefesselte Angeklagte am Morgen den Gerichtssaal betreten. Bekleidet mit Sweatshirt und Jogginghose nahm er das große öffentliche Interesse äußerlich gelassen hin. Auch bei der Verlesung der Anklageschrift zeigte er keinerlei Regung.

Der sichtlich angeschlagene Vater des Opfers war als Nebenkläger anwesend. Den Blickkontakt zu ihm mied der 23-Jährige. Weitere Nebenkläger sind die Mutter des Opfers und der kleine Sohn. Den Anwälten der Angehörigen zufolge hat der Tatverdächtige im Laufe der vergangenen Monate keinen Kontakt mit den Eltern der Frau und dem Sohn gesucht.

Der Bub lebe heute bei seiner Großmutter, wo er sehr gut versorgt sei, sagte Anwalt Ronny Raith. Das Kind werde psychiatrisch betreut, es gehe ihm „relativ gut“. Niemand könne sagen, was der Kleine von dem Tatgeschehen im Schlafzimmer mitbekommen habe. Aber: „Auch das wird im Laufe des Prozesses möglicherweise aufgeklärt werden.“ Wichtig sei, dem Kind später einmal etwaige Fragen zum Tod seiner Mutter beantworten zu können.

Doch bereits nach der Verlesung der Anklageschrift ist der Prozess vertagt worden. Der 23 Jahre alte Tatverdächtige und seine beiden Anwälte wollten sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Hainzlmayr unterbrach daraufhin die Verhandlung und kündigte eine Fortsetzung am 4. September an.

Wochenlang hielt der Fall Polizei und Bevölkerung in Atem. Nach dem Fund der Leiche war schnell klar:

Dominik R. war mit dem Sohn nach Spanien geflüchtet.

Dann meldete sich Dominik R. und gab an, er werde sich stellen, wolle jedoch erst noch einige Tage Urlaub machen. Die Fahnder suchten derweil schon mit Haftbefehl nach ihm.Eine Woche später wurde er in Lloret de Mar festgenommen. Auf der Flucht hatte sich Dominik R. den Namen und das Geburtsdatum von Lisa, ein Kruzifix mit dem mutmaßlichen Datum der Ermordung am 27.10.2016 sowie „Gracias por todo“ („Danke für alles“) tätowieren lassen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 23-Jährigen vor, seine Lebensgefährtin - die Mutter seines Sohnes - im vergangenen Herbst mit einem Küchenmesser durch mehrfache Stiche in Hals und Kopf getötet zu haben. Nach Ansicht der Anklagebehörde handelte der Mann aus niedrigen Beweggründen, weil er nicht habe hinnehmen wollen, dass die Frau einen anderen Partner hatte und der neue Freund die Vaterrolle für den Sohn übernehmen sollte. Zudem sei er bei der Tat heimtückisch vorgegangen, weil er sein argloses Opfer nachts im Schlafzimmer attackiert habe. 13 Prozesstage sind angesetzt.

mm/tz/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Arctic Outbreak“: Seltenes Wetterphänomen steuert auf Bayern zu
Ungemütliches Wetter in Bayern: Das Kältephänomen „Arctic Outbreak“ bringt polare Temperaturen. Der Winter zieht im März nochmal richtig an. Zur Prognose.
„Arctic Outbreak“: Seltenes Wetterphänomen steuert auf Bayern zu
Weihwasser-Verzicht schlägt Wellen: Pfarrer will an drastischer Maßnahme festhalten
Die bayernweite Grippewelle macht auch vor Gotteshäusern nicht Halt. In Weiden hat ein Pfarrer wegen der Ansteckungsgefahr nun zu einem drastischen Mittel gegriffen.
Weihwasser-Verzicht schlägt Wellen: Pfarrer will an drastischer Maßnahme festhalten
Caritas-Mitarbeiter veruntreut 820 000 Euro - jetzt will er sein Haus verkaufen
Nach der Veruntreuung von etwa 820 000 Euro durch einen Mitarbeiter hat die Augsburger Caritas ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.
Caritas-Mitarbeiter veruntreut 820 000 Euro - jetzt will er sein Haus verkaufen
Unglaublich! 32-Jähriger mischt Freundin heimlich Abtreibungspille ins Essen
Wegen versuchter Abtreibung muss sich am Dienstag (13.30 Uhr) ein 32 Jahre alter Mann vor dem Amtsgericht Ansbach verantworten.
Unglaublich! 32-Jähriger mischt Freundin heimlich Abtreibungspille ins Essen

Kommentare