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Mit starken Unterkühlungen wurden der Verunglückte und einer der Retter ins Krankenhaus eingeliefert.

Im Griessee eingebrochen

Unter Lebensgefahr: Retter ziehen Mann aus Eiswasser 

Obing - Warum lief ein Rentner am Sonntagabend über den Griessee? Der Mann brach durch das Eis, rund 50 Meter vom Ufer entfernt. Er musste mit schwerer Unterkühlung in die Kreisklinik. Sein Retter ebenfalls.

Sein Leichtsinn hätte einen 76-Jährigen am Sonntagabend beinahe das Leben gekostet. Der Rentner lief gegen 17.30 Uhr auf den vereisten Griessee, einen Moorsee bei Obing im Landkreis Traunstein. Der Mann krachte ins Wasser, etwa 50 Meter vom Ufer entfernt. Sein Glück: Ein Ehepaar hörte beim Spaziergang ein Platschen. Sie alarmierten daraufhin die integrierte Leitstelle. Als die Rettungskräfte eintrafen, mussten sie allerdings gleich zwei Personen aus dem Schlamassel helfen.

Michael Stadler, 30, war vor den anderen Helfern vor Ort. Der Vorsitzende der DLRG Seeon-Truchtlaching wohnt in Seeon, nur wenige Minuten vom Griessee entfernt. Er fuhr direkt zur Unfallstelle. Ohne Wärmeanzug, Seilsicherung und Schwimmweste. „Es ging um Zeit“, erklärt Stadler. „Als ich am See ankam, war der Mann schon zehn Minuten im Wasser.“

Stadler robbte sich vor bis zum Verunglückten. „Ich wollte den Mann packen und rausziehen“, sagt der DLRG-Vorsitzende. „Dabei bin ich selbst eingebrochen, weil das Eis an der Stelle nur fünf bis zehn Zentimeter dick war.“ Stadler hielt daraufhin den völlig entkräfteten Rentner und sich an einer Rettungsstange fest, die ein mittlerweile eingetroffener Beamter der Polizei Trostberg zuführte.

Helfer der DLRG, der Wasserwacht Obing und der Feuerwehr zogen den 76-Jährigen und Stadler per Eisrettungsschlitten an Land. Der Rettungsdienst brachte beide mit starken Unterkühlungen auf die Intensivstation der Trostberger Kreisklinik. Die 56-jährige Ersthelferin musste ebenfalls ins Krankenhaus. Sie war leicht unterkühlt. In Lebensgefahr schwebt der Polizeiinspektion Trostberg zufolge niemand mehr.

Unter Einsatz ihres Lebens retteten die Helfer den ins Eis eingebrochenen Mann.

Eisrettung unter Einsatz des Lebens

Stadler durfte gestern nach Hause. Seine Körpertemperatur betrug noch 30 Grad, als er an Land gezogen wurde. „Der verunglückte Mann war folglich noch stärker unterkühlt“, sagt Stadler. „Er hatte enormes Glück, dass die beiden Spaziergänger so schnell reagiert haben.“ Der Seeoner hatte in der vergangenen Woche in einem Radio-Interview noch vor dünnem Eis gewarnt. In dieser Woche sollen die Temperaturen steigen. Waghalsige Ausflüge sind daher tabu. Ohne Ausnahme.

Marc Lamberger

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