Größter Bürgerwindpark am Netz

Windenergie ist ein wichtiges Standbein der künftigen Stromversorgung. Bayern hat in diesem Bereich noch Nachholbedarf, es gibt noch nicht so viele Windräder. In Schwaben wurde nun der größte Bürgerwindpark eröffnet.

In Schwaben ist Bayerns größter Bürgerwindpark am Freitag offiziell ans Netz gegangen. Bei solchen Bürgerwindparks beteiligen sich die Menschen in der Region wesentlich an der Finanzierung - im Fall der acht Windräder im Staatswald bei Zöschingen (Landkreis Dillingen an der Donau) haben etwa 600 Menschen Anteile erworben. Insgesamt wurden mehr als 30 Millionen Euro investiert. Der Windpark soll jährlich 40 Millionen Kilowattstunden Strom liefern, das reicht für rund 10 000 Haushalte. Zum Vergleich: Das Atomkraftwerk Gundremmingen liefert jährlich 21 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Bayerns Forstminister Helmut Brunner (CSU) bezeichnete solche Projekte bei der Eröffnung als Chance für ländliche Gebiete im Freistaat. Es gehe darum, Energie aus der Region für die Region zu gewinnen. „Die Wertschöpfung bleibt bei uns und fließt eben nicht in ferne Länder wie Saudi-Arabien“, sagte Brunner. Zudem würden durch den neuen Windpark jährlich rund 35 000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid eingespart.

Die Betreiber hatten den Standort an der Grenze zu Baden- Württemberg gewählt, weil das Gebiet am Rande der Schwäbischen Alb relativ hoch liegt und dadurch entsprechende Windgeschwindigkeiten zu erwarten sind. Die Windräder wurden auf einer Höhe von etwa 600 Metern über dem Meeresspiegel errichtet und markieren den höchsten Punkt des Landkreises. Die Naben der Windkraftanlagen ragen mit 120 Metern weit aus dem Waldgebiet heraus, die Rotoren haben einen Durchmesser von 117 Metern.

dpa

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