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Polizistenmörder: DNA-Spur eines Verdächtigen am Tatort

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Augsburg - Noch haben sie nicht gestanden. Aber es spricht vieles dafür, dass der bereits verurteilte Polizistenmörder Rudolf R. und sein Bruder den Polizisten Mathias Vieth erschossen haben.

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"Es spricht sehr viel dafür, dass wir die beiden Mörder gefasst haben", sagte Justizministerin Beate Merk (CSU) zu Beginn der PK. Die beiden festgenommenen Polizistenmörder von Augsburg haben die Tat aber offenbar bisher nicht gestanden. Das geht aus Äußerungen von Merk hervor, die von der noch bestehenden Unschuldsvermutung und zugleich deutlichen Anzeichen der Schuld der beiden Verdächtigen sprach. Sie gratulierte am Freitag in Augsburg den Ermittlern zur “Aufklärung eines feigen und brutalen Verbrechens“.

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Laut Klaus Bayerl, Leiter der Sonderkommission "Spickel", wurden am Tatort "relevante DNA-Spuren" sichergestellt. Die Polizei konnte eine Spur einem der beiden mutmaßlichen Täter zuordnen. Darüber hinaus fanden die Ermittler bei den Beiden zahlreiche Schusswaffen.

Außerdem berichtet Bayerl, dass in der Tatnacht in Tatortnähe das Fahrzeug eines Geschäftsmannes aus München gesehen wurde. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Münchner den mutmaßlichen Tätern seinen Wagen überlassen hatte. Er soll aber mit der Tat nichts zu tun haben, den Brüdern nur regelmäßg sein Auto geliehen haben.

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Bei den beiden Tätern handelt es sich laut dem Leitenden Oberstaatsanwalt Reinhardt Nemetz um "mitnichten junge Leute", wie zunächst vermutet, da sie auf dem Motorrad geflüchtet sind. Der Hauptbeschuldigte ist 56 Jahre alt, der Mitbeschuldigte ist der Bruder des 56-Jährigen und 58 Jahre alt. Gegen die beiden wird außer wegen Mordes an Mathias Vieth auch wegen versuchten Mordes ermittelt, da die beiden wohl auch auf die Kollegin von Mathias Vieth geschossen haben.

Der bereits vorbestrafte Polizistenmörder (56) müsste bei Verurteilung mit lebenslanger Haft plus Sicherungsverwahrung rechnen, sein Bruder (58) mit lebenslanger Haft.

Rudolf R. hat vor mehr als 30 Jahren bereits den Polizisten Dieter Kraus erschossen.

Der 56-jährige Rudolf R. hat laut Beate Merk vor mehr als 30 Jahren schon einmal einen Polizeibeamten erschossen und dafür 19 Jahre Haft verbüßt. Dabei handelt es sich um den Polizisten Dieter Kraus.

Gegen das verdächtige Brüderpaar wurde Haftbefehl beantragt. Bei mehreren Hausdurchsuchungen waren wohl jede Menge Beweise sichergestellt worden. Unter anderem waren bei den Verdächtigen 20 Schusswaffen und mehrere Maschinenpistolen sichergestellt worden.

Die Täter hatten in der Tatnacht mindestens drei Schusswaffen dabei. Es war wohl ein Raubüberfall geplant. Vieth und seine Kollegin hatten das Brüderpaar offenbar an den Vorbereitungen gestört. Daher sei laut Staatsanwalt von einem Verdeckungsmord auszugehen.

Zwei Monate nach der Tat waren die Tatverdächtigen am Donnerstag festgenommen worden.

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