Cardsharing-Ring ausgehoben

Pay-TV-Betrug: Sky-Karten illegal weiterverkauft

Mühlhausen - Große Betrugsserie mit Sky-Karten: Mehrere Männer haben auch in Bayern Karten des Pay-TV-Senders illegal an Kunden weiterverkauft. Hunderte Nutzer sind davon betroffen.

Der Staatsanwaltschaft Mühlhausen in Thüringen ist es gelungen, eine groß angelegte Betrugsserie aufzudecken: Vier Männer sollen im Raum Südthürigen und Franken illegal Pay-TV-Zugänge vertrieben haben. Ein anonymer Hinweisgeber habe den Ermittlern wohl den entscheidenen Tipp gegeben. Den Hauptverdächtigen im Alter von 21, 27, 48 und 52 Jahren wird nun vorgeworfen, ihren Kunden mittels Cardsharing Zugänge zur Satelliten-Plattform des Pay-TV-Senders Sky Deutschland angeboten zu haben. Das berichtet das Internetportal Digitalfernsehen.de.

Cardsharing wird bekanntermaßen häufig als illegale Alternative zum Empfang von Bezahlkanälen genutzt. Dabei wird das Pay-TV-Abonnement einer Person unter mehreren Nutzern geteilt. Diese können so das Programmangebot eines Pay-TV-Senders empfangen, ohne selbst ein Abo abgeschlossen zu haben. Die Beschuldigten sollen von ihren Kunden 60 Euro für die Einrichtung des Receivers und eine monatliche Pauschale von fünf bis zehn Euro verlangt haben, beinahe halb so viel wie ein Original-Sky-Abonnement kosten würde.

Mehrere hundert Kunden sollen betroffen sein

Die notwendigen Entschlüsselungscodes zum Empfang der Programme wurden wohl von mehreren Servern über das Internet an die jeweiligen Kunden-Receiver gesendet. Der Kopf hinter all dem soll ein 52-Jähriger aus Südthüringen sein. Er habe sich wohl weitgehend zu den Vorwürfen bekannt. Insgesamt sollen die Betrüger mehrere hundert Kunden mit dem illegalen Sky-Abo versorgt haben.

Laut dem Pay-TV-Anbieter Sky wird Cardsharing als gewerbsmaßiger Computerbetrug gehandhabt und zieht eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten bis zu zehn Jahren nach sich. Daneben liege auch ein Tatbestand des Ausspähens von Daten sowie ein Verstoß gegen das Urhebergesetz vor. 

mm

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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