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Herrin der kleinen Künste: Bahar Auer in ihrem Laden an der Buttermelcherstraße.

Pfingstmission

Raum für Kreative: Große Kunst im kleinen Haus

Pfingsten ist das Fest der Missionen: Wohin man blickt - Kunst.

Wohin man blickt: Kunst. In Bahar Auers Laden hängen gegenüber der Tür knallbunte Designerklamotten, in einer anderen Ecke das Bild einer nackten Frau, die sich auf einer Wiese räkelt. Selbst die Einrichtung ist ein Hingucker, die Stühle sind in knalligen Farben gestrichen. Über eine Stufe gelangen Besucher in den Nebenraum, von wo aus die gebürtige Iranerin ihr Geschäft organisiert. Die Herrin im „Haus der kleinen Künste“, Bahar Auer, passt zu ihrem Laden, sie ist ihre beste Kundin. Sie trägt die Mütze eines Jungdesigners und eine Halskette.

„Ich habe mir einen Traum erfüllt“, sagt die 39-Jährige über ihr Atelier. Ihr Laden bietet unbekannten Künstlern und Designern eine Plattform in zentraler Lage – zum Gärtnerplatz sind es nur ein paar hundert Meter. Die Idee dazu hatte sie schon lange. Als sie vor sechs Jahren die Chance bekam, ihren Versicherungsjob mit einer Abfindung hinter sich zu lassen, setzte sie mit dem Geld ihre Idee in die Tat um. Bahar Auer will denen eine Chance geben, die ihre Kunst sonst nicht vermarkten könnten. Da sie selbst viele Künstler in ihrem Freundeskreis hat, weiß sie, wie schwierig es ist, einen Ausstellungsraum zu finden. Zwei Jahre nach der Gründung erweiterte sie ihre Spielwiese um den „Keller der kleinen Künste“, direkt unter

dem Laden. Dieser Keller bietet genug Platz für Performances, Happenings und Theateraufführungen. Die Nachfrage ist groß, die Ausstellungen sind gut besucht.

Für die Künstler würde sich Auer allerdings wünschen, dass der Laden mehr Geld abwirft. Ein regelmäßiges Gehalt für die Gründerin ist bisher nicht drin. Würde ihr Mann nicht genug verdienen, um für sie und ihre zwei Kinder zu sorgen, wäre das Projekt wahrscheinlich schon lange gescheitert.

Mittlerweile ist das „Haus der kleinen Künste“ als gemeinnütziger Verein organisiert und erhält deshalb öffentliche Zuschüsse. Auch dank dieser Zuschüsse kann Bahar Auer ihren Traum erst einmal weiterleben.

Hier finden Sie mehr Porträts von Menschen mit Mission.

(Jakob Stadler)

Taten statt Worte

 

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