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Familiendrama im idyllischen Vogtareuth: Ein 79-jähriger Mann soll seinen Enkelsohn erschossen haben, danach hat er sich selbst das Leben genommen. 

Familientragödie in Vogtareuth

Großvater erschießt seinen Enkel (8): Handelte er aus Liebe? 

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Familientragödie in Vogtareuth: Ein Großvater (79) hat seinen Enkel erschossen und sich danach selbst das Leben genommen. Wie sich herausstellte, war der achtjährige Bub behindert. 

Vogtareuth – Die Glocken läuten, irgendwo kräht ein Hahn, die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Garten an Garten reiht sich hier im beschaulichen Zaisering, einem kleinen Ortsteil von Vogtareuth im Kreis Rosenheim. Doch die bayerische Voralpenidylle wird am Mittwochvormittag jäh unterbrochen. Es ist gegen 9 Uhr morgens, als Irmgard S. mit ihrem Sohn die Hochriesstraße entlang spaziert. Der achtjährige Franz-Josef ist seit seiner Geburt schwer körperlich und geistig behindert. In einem Rollstuhl fährt ihn seine Mutter durch die Morgensonne. Ein Ritual der beiden.

Doch plötzlich hören Nachbarn einen Schuss, dann schreit Irmgard S. laut: „Geh weg, geh weg!“ Ein zweiter Schuss hallt durch die ländliche Stille. Schreie, Weinen. Um 9.25 Uhr geht ein Notruf bei der Rosenheimer Polizei ein. Josef H., der Großvater des Buben, soll auf seinen Enkel geschossen haben. Während die Polizei sofort in Richtung Vogtareuth rast, flüchtet sich der 79-Jährige in ein nahegelegenes Waldstück. Ein Großaufgebot sucht nach ihm.

Für den kleinen Franz-Josef kommt jede Hilfe zu spät. Als die Rettungskräfte eintreffen, lebt der Bub noch, doch trotz aller Bemühungen stirbt er auf den Weg zum Krankenhaus. Josef H. wird wenig später von den Beamten schwer verletzt aufgefunden. Er schwebt in Lebensgefahr, kommt in ein Krankenhaus und stirbt am Donnerstag. Die Tatwaffe wird gefunden, es soll sich um eine Pistole gehandelt haben.

Polizisten vor Ort in Vogtareuth (Landkreis Rosenheim), wo ein 79-jähriger Mann seinen Enkelsohn erschossen haben soll. 

Doch was trieb den Großvater zu der Wahnsinns-Tat? Ersten Gerüchten zufolge wollte Josef H. seinen Enkel vom Leid erlösen. Er habe die Behinderung des Achtjährigen nicht mehr ertragen. Handelte der 79-Jährige also aus Liebe? Anderen Stimmen zufolge galt der alte Schreinermeister als herrschsüchtig und geizig. Liegt das Motiv also in einer Familienfehde?

Über das Motiv lässt sich bisher nur spekulieren

Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit akribisch vor Ort, befragt Verwandte und Nachbarn. Josef H. ist bekannt, in jenem kleinen Ortsteil. Neben Irmgard S. leben auch seine Söhne mit ihren Familien hier. Vieles im Ort gehört Josef H. - das Entsetzen unter den Bürgern ist groß. Der kleine Franz sei immer mit seinem Liegedreirad durch die Straßen gefahren, an guten Tagen habe er auch gehen können. Er war ein Teil der Ortsgemeinde, seine große Schwester kümmerte sich liebevoll um ihn. Sein Vater, der Mann von Irmgard S. und Vorstand einer Bank, wurde gestern am Arbeitsplatz mit der Tragödie konfrontiert. „Ich bin geschockt“, sagte Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter. „Über so was liest man sonst in der Zeitung. Jetzt ist es auf einmal so nah.“

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