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Mitglieder der Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämmme" bei einer Protestaktion in Donauwörth im Jahr 2004.

Grüne fordern Aufklärung über „Zwölf Stämme“

München - Nach dem Verschwinden zweier junger Mädchen von den „Zwölf Stämmen“ fordern die Landtags-Grünen Aufklärung über den Umgang der Behörden mit der Sekte. Die Mädchen sind wahrscheinlich entführt worden.

Die 10 und 17 Jahre alten Mädchen seien vermutlich von Mitgliedern der „Zwölf Stämme“ aus ihrer Pflegefamilie in die Schweiz entführt worden, sagte Fraktionschefin Margarete Bause am Dienstag in München. Nach den bisherigen Erkenntnissen seien die Kinder in der Sekte systematisch misshandelt und geprügelt worden.

Bisher sei die CSU nachsichtig mit den „Zwölf Stämmen“ umgegangen, sagte Bause. „Wir wollen endlich wissen, was die bayerischen Behörden tun, um das Wohl dieser Kinder zu schützen. Wir halten es für einen wirklichen Skandal, wie die Kinder der Sekte ausgeliefert sind.“

Der Umgang der Sekte mit ihren Kindern ist seit 2006 immer wieder Thema im Landtag. „Die CSU hat uns beschuldigt, dass wir die Kinder aus den Familien reißen wollen“, sagte Bause. „Wenn das eine islamistische Sekte wäre, hätten sie (die Behörden) vielleicht weniger Nachsicht walten lassen.“

Die „Zwölf Stämme“ hatten mehrfach eingeräumt, dass Kinder geschlagen werden. Ein Fernsehjournalist des Senders RTL hatte das zuletzt in einer Reportage dokumentiert. Den Eltern wurde vor kurzem per Gerichtsbeschluss das Sorgerecht entzogen. Die meisten Kindern sind derzeit in Pflegefamilien.

dpa

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