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Grünen-Politikerin platzt wegen Pickup der Kragen: Wie gefährlich sind die Autos?

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Von: Dominik Stallein

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Ein blauer Dodge Ram
Dodge Ram: Vor einem solchen Wagen posierte eine Grünen-Politikerin und löste eine Debatte auf Twitter aus. © MZV

Klimaschutz und Sicherheit: SUVs stehen in der Kritik. Ein Tweet einer Grünen-Politikerin befeuert die Diskussion jetzt weiter.

Rosenheim - Über SUVs wird viel und oft diskutiert. Meist geht es dabei um die Umweltauswirkungen der großen Geländewagen. Eine Politikerin der Grünen wirft nun aber eine ganz andere Frage in den Raum: Sind SUVs eine Gefahr für Fußgänger?

Grünen-Politikerin posiert vor Pickup - Diskussion auf Twitter: Wie gefährlich sind die Autos?

Victoria Broßart bewarb sich bei der Wahl vor wenigen Tagen in Rosenheim um ein Direktmandat für den Bundestag. Sie fuhr ein respektables Ergebnis ein*, verpasste aber den Einzug in das Parlament. Ihre Kernthemen: Frauen- und Gleichstellungspolitik und vor allem Verkehr und Umweltschutz. Auf ihrer Homepage schreibt sie: „Als Radfahrerin sehe ich jeden Tag, wie ungleich unser öffentlicher Raum zum Nachteil für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen verteilt ist.“ Wie sie nun auf Twitter offenbart, sind ihr SUVs ein Dorn im Auge. Ihr Post ging viral, die Diskussion darunter ist kontrovers.
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Foto von Grünen-Politikern geht viral - SUVs in der Kritik

Broßart fotografierte sich dafür vor einem Pickup der Marke Dodge. Nicht nur aus Klimaschutz-Gründen hat sie ein Problem mit dem schwarzen Vehikel. Sie schreibt: „Die meisten SUV sind so hoch, dass ein Kind, das vor der Motorhaube steht, übersehen wird.“ Zur Demonstration posiert sie vor dem Wagen. „Ich bin 1,85m groß“, erklärt sie. Die Motorhaube reicht ihr aber fast bis zur Schulter. Wer etwas kleiner ist, als die hochgewachsene Politikerin, könnte von einem unaufmerksamen Autofahrer - oder in einer unübersichtlichen Situation - übersehen werden. „Wozu braucht man in der Stadt sowas“, fragt sich die Grüne*.

Boris Palmer (Grüne) wird gelobt - er geht rigide gegen die SUVs vor

Der Post der Politikerin aus Rosenheim* wurde kontrovers diskutiert. Einige User stimmen Broßart zu: „Völliger Wahnsinn“, meint einer. Eine andere Nutzerin macht sich Sorgen um ihre Sicherheit: „Ich bin 1,62 m und mich würde man auch übersehen. Was zum Geier? Das ist echt übel.“ Ein User äußert eine klare Meinung zu SUVs und Pickups: Sie seien „der Blech gewordene Ausdruck von Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr“. Zu drastischen Maßnahmen möchte ein anderer Kommentator aufrufen: „Ich denke bestimmt 15 mal am Tag: ‚wir brauchen ein innerstädtisches SUV-Verbot‘, sonst hört das ja nie auf.“ Viele Twitter-User sind sich einig: Einen SUV „braucht man weder in der Stadt noch sonst irgendwo“, wie einer zusammenfasst. Lob in den Kommentaren erfährt der umstrittene Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne)*.

Tübinger OB lässt SUV-Fahrer blechen: Bayern ist noch nicht so weit

Palmer hat nämlich durch eine neue Forderung in Tübingen (Baden-Württemberg) eine deutschlandweite Diskussion losgetreten: SUV-Fahrer sollen bei Bewohnerparkausweisen nämlich deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als bisher. Palmer: „Es soll einen spürbaren Unterschied geben zwischen kleinen Stadtfahrzeugen und großen Geländewagen, die eigentlich in der Stadt nicht zwingend benötigt werden.“ Auch in München wird über eine ähnliche Regelung diskutiert. In der Franken-Metropole Nürnberger machten sich ebenfalls einige Politiker Gedanken über eine SUV-Sonderregel. Knackpunkt: In Bayern ist es nicht ohne weiteres möglich, einfach so Parkgebühren zu erhöhen. Baden Württemberg ist da schon etwas weiter. Die bayerische Staatsregierung plant aber eine Novelle. Pikanterie am Rande: Trotz aller Kritik an SUVs entscheiden sich Grünen-Wähler einer Studie zufolge am häufigsten für den Kauf eines SUV. (dst) merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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