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Im Falle eines Wahlsiegs bei der Landtagswahl 2013 wollen die Grünen in Bayern schnell Gemeinschaftsschulen einführen.

Grüne wollen in Bayern schnell Gemeinschaftsschulen

München - Die Grünen wollen nach einem Wahlsieg in Bayern Gemeinschaftsschulen einführen, in denen vom Grundschüler bis zum Gymnasiasten alle unter einem Dach unterrichtet werden. Die Staatsregierung spricht von einer gescheiterten Idee.

Die Landtags-Grünen wollen im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Landtagswahl 2013 umgehend Gemeinschaftsschulen auf dem Land ermöglichen. Das kündigte der Grünen-Bildungsexperte Thomas Gehring am Dienstag am Rande der Fraktionsklausur in Günzburg an. “Das wäre sicher eines der ersten zentralen Projekte für uns.“ Die Staatsregierung hält von derlei Überlegungen nichts. Die Idee einer Gesamtschule sei bereits einmal gescheitert.

Die bayerischen Grünen arbeiten auf eine künftige Dreierkoalition mit SPD und Freien Wählern gegen die CSU hin. Konkret schlagen die Grünen Gemeinschaftsschulen zunächst überall dort vor, wo ansonsten Schulschließungen drohen würden. Grund-, Mittel- und Realschüler und Gymnasiasten sollen dort unter einem Dach und in gemeinsamen Klassen unterrichtet werden - bis zur 10. Klasse. Die Gemeinschaftsschule solle “ein Angebot mit allen Abschlüssen und Anschlüssen nach Klasse neun und zehn anbieten können“, heißt es in einem von Gehring verfassten Konzept zur Bildungspolitik für die Zeit nach der Wahl.

“Das muss dann ein anderer Unterricht sein als der klassische Frontalunterricht“, betonte Gehring. Die Lehrer müssten viel stärker auf die einzelnen Kinder eingehen und diese individuell fördern. Klassenintern sollen verschiedene Gruppen gebildet werden können.

Gehring betonte aber, dass die Grünen den Schulen und Kommunen keine Vorschriften machen wollten, sondern lediglich die Möglichkeit zu Gemeinschaftsschulen eröffnen wollten: “Die gute Schule kann nicht von München aus verordnet werden.“ Die Entscheidung müsse den Verantwortlichen vor Ort überlassen werden. Er erwarte aber, dass sich das Modell im Freistaat dann “sehr breit“ durchsetzen werde.

Gehring verwies auf das benachbarte Baden-Württemberg, wo die dortige grün-rote Landesregierung zum kommenden Schuljahr Gemeinschaftsschulen als weiterführende Schulen ermöglicht. “Wir Grünen wollen uns auch in Bayern auf den Weg machen“, erklärte er.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hält diesen Weg für völlig falsch: Das Gemeinschaftsschulmodell habe “schon einmal kompletten Schiffbruch erlitten. Und zwar unter dem Namen der Gesamtschule. Das brauchen wir nicht noch einmal“, sagte Spaenle zu dem Grünen-Konzept. “Wir treten nicht die Reise in eine erfolglose politische Vergangenheit an.“

dpa

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