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Angst vor Betrug wegen Zensus: Bayer vertreibt Befrager von Grundstück - der wollte nur Termin vereinbaren

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Von: Tanja Kipke

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Ein Tablet zur Befragung für den diesjährigen Zensus
Nach elf Jahren gibt es wieder eine Volkszählung, der sogenannte Zensus 2022. © Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Am Montag beginnt der Zensus 2022, die Auskunft zur Volkszählung ist für alle Pflicht. In Bayern kam es zu einem Streit wegen eines Befragungstermins.

Pforzen – Am Samstag (14. Mai) klingelte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Bayerischen Landesamtes für Statistik bei einem Haus in Leinau. Er wollte mit dem 54-jährigen Bewohner einen Termin für die Zensusbefragung vereinbaren, die ab Montag beginnen. Zwischen den beiden Männern entbrannte ein Streit, teilte die Polizei am Sonntag mit. „Erbost“ habe der Mann den Mitarbeiter von seinem Grundstück verwiesen.

Streit wegen Zensus 2022 (Volkszählung) in Bayern: Mann hält Befrager offenbar für einen Betrüger

Nach Angaben der Polizei dachte er vermutlich, dass es sich um einen Betrüger handelt. Bereits seit dem 2. Mai sind laut Polizei bis zu 20.000 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte im Einsatz, um den ausgewählten Personen die Terminankündigungen für die Befragung zu überbringen. In Bayern werden hierzu circa 18 % der Bevölkerung für Befragungen ausgewählt und kontaktiert. Das sind rund 2,38 Millionen Menschen.

Zensus 2022 in Bayern: Polizei warnt vor Trittbrettfahrern

Ziel des Zensus 2022 ist neben der Feststellung der Einwohnerzahlen der Kommunen auch eine Inventur des Gebäude- und Wohnungsbestandes. Für alle ausgewählten Personen besteht Auskunftspflicht. Wer nicht antworte, muss aber nicht sofort mit einer Strafe rechnen.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor Betrügern. Erhebungsbeauftragte würden sich unaufgefordert mit einem offiziellen Ausweisdokument ausweisen. Zudem müssen die Mitarbeiter zur Befragung nicht in die Wohnung gelassen werden. Sensible Daten wie zum Beispiel zum persönlichen Einkommen, zur Religionszugehörigkeit, zu Ausweisdokumenten, Bankinformationen, Passwörtern werden von den Beauftragten grundsätzlich nicht erhoben. Bei solchen Fragen sollte man stutzig werden.

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Volkszählung 2022 in Bayern: Mit diesen Fragen muss man rechnen

Muster-Personenfragebögen Zensus 2022
Beim Zensus 2022 gibt es unterschiedliche Befragungen. © Ira Schaible/dpa

Die Menschen in Bayern werden beim Zensus 2022 unterschiedlich befragt. Dabei gibt es zwei Befragungen: einmal zu Personen und einmal zu Gebäuden und Wohnungen. Fragen zu Name, Geschlecht, Familienstand und Staatsangehörigkeit gehören hierbei dazu. Einige Menschen müssen auch Angaben zu Schulabschluss und Beruf machen. Erfasst werden auch Eigentümer und Eigentumsverwalter. Erstmals werden auch Nettokaltmiete, Dauer und Grund für Leerstand sowie der Energieträger der Heizung abgefragt. Alle Angaben werden dabei anonymisiert, gibt das Statistische Bundesamt bekannt. (tkip)

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