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Bayern geht das Grundwasser aus: Erste Gemeinde dreht Brunnen ab und gibt Spartipps - Angst vor Sommer

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Von: Thomas Eldersch

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Eine Karte zeigt die aktuell besorgniserregend niedrigen Grundwasserpegel (l.) in Bayern. Rechts ein bewässertes Feld wegen Dürre.
Eine Karte zeigt die aktuell besorgniserregend niedrigen Grundwasserpegel (l., orange Punkte) in Bayern. Rechts ein bewässertes Feld wegen Dürre. © Niedrigwasser-Informationsdienst Bayern/Marijan Murat/dpa

Vielerorts in Bayern sind die Grundwasser-Pegel besorgniserregend niedrig. Dabei sollte jetzt eigentlich die nasseste Zeit sein. Eine erste Gemeinde reagiert und blickt bang auf den Sommer.

München – Ostern ist vorbei und für viele Menschen endet damit auch die kalte Jahreszeit. Eine alte Weisheit sagt beispielsweise, dass man die Winterreifen von O bis O – also von Oktober bis Ostern – aufziehen sollte. Und mit dem Ende der kalten Jahreszeit geht normalerweise auch die Schneeschmelze einher. Dazu regnet es in der Regel teils kräftig im März und April, sodass die Bäume und Pflanzen in voller Pracht sprießen können. Aber nichts davon ist heuer so eingetreten, wie es eigentlich sein sollte.

Der Winter war zu warm. Im Februar wurden teilweise Temperaturen um die 15 Grad erreicht. Und der März war zu trocken. In manchen Regionen fiel den ganzen Monat über kein einziger Tropfen Wasser vom Himmel. Viele Flüsse führten Niedrigwasser und die Sonne schien rekordverdächtig oft. Tatsächlich war es sogar der sonnigste Monat März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. An sich ja schön für Ausflügler und Frischluftfanatiker. Aber für die Natur bedeutet die Wasserknappheit Ausnahmezustand.

Dürre in Bayern: Der Grundwasserspiegel ist vielerorts schon auf niedrigem Niveau.
Dürre in Bayern: Der Grundwasserspiegel ist vielerorts schon auf niedrigem Niveau. Im Sommer könnte es noch schlimmer werden, wie hier 2021 in Hammelburg. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Sinkender Grundwasserspiegel in Bayern: 77 Messstellen melden sehr niedrigen Stand

Im April hat sich bislang in Sachen Niederschlag auch noch nicht viel getan. Es ist immer noch vielerorts zu trocken. Das wirkt sich inzwischen auch auf den Grundwasserspiegel aus. Viele der über 400 Messstationen in ganz Bayern melden einen niedrigen Stand. 77 von ihnen – vor allem in Schwaben und Oberbayern – geben sogar einen sehr niedrigen Stand an. Das sogenannte obere Grundwasser-Stockwerk rund um die Landeshauptstadt München ist laut Niedrigwasser-Informationsdienst Bayern davon besonders betroffen.

Viele Messstellen in Bayern melden bereits ein sehr niedriges Grundwasserniveau.
Viele Messstellen in Bayern melden bereits ein sehr niedriges Grundwasserniveau. © Screenshot Niedrigwasser-Informationsdienst Bayern

Eine erste Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech zog jetzt Konsequenzen. In Hurlach rief der Bürgermeister Andreas Glatz in einem Brief zum Wassersparen auf, wie der BR berichtet. Für viele Bürger kam die Aufforderung überraschend. Es sei ja schließlich Schneeschmelze-Zeit. Es müsste jetzt eigentlich die wasserreichste Zeit des Jahres sein. Mit Sorge blicken daher viele von ihnen auf den Sommer.

Klimawandel in Bayern: Wann ist es zu spät? (Video)

Sinkender Grundwasserspiegel in Bayern: Bürgermeister gibt Tipps zum Wassersparen

Nützliche Tipps zum Wassersparen führte Bürgermeister Glatz ebenfalls auf. Beispielsweise sollten nur noch die Spartaste an der Toilettenspülung betätigt, die Spül- und Waschmaschine nur prall gefüllt betrieben und die Blumen mit Regenwasser gegossen werden. Die öffentlichen Brunnen der Gemeinde sind bereits abgestellt worden. Jetzt schon müsse die Gemeinde Wasser von den Stadtwerken Landsberg zukaufen, so der Rathauschef gegenüber dem BR.

Laut Umweltministerium und Landesamt für Umwelt aber noch kein Grund zur Sorge. Die Wasserversorgung sei in Bayern noch sichergestellt. Dennoch würden 63 Prozent der Messstellen einen niedrigen oder sehr niedrigen Stand melden. Der Klimawandel im Freistaat lässt grüßen. Die großen Herausforderungen der Zukunft habe man im Umweltministerium aber im Blick. Man prüfe schon jetzt, ob die bayernweiten Wasserversorgungsstrukturen und alle öffentlichen Wasserversorgungsanlagen eine Versorgungssicherheit bis 2050 aufweisen. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für den pfleglichen Umgang mit dem wertvollen Gut Wasser zu schaffen. (tel)

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