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Der Angeklagte

Güllegruben-Mord: Angeklagter schuldunfähig

Augsburg - Im Güllegruben-Prozess um die Tötung eines Elternpaars ist der angeklagte Sohn am Freitag vom Vorwurf des zweifachen Mordes freigesprochen worden.

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Gleichzeitig verfügte das Landgericht Augsburg am Freitag die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus und hob den Haftbefehl auf. Zur Begründung sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rothermel, der Angeklagte leide an einer schweren schizophrenen Psychose mit einer tiefgreifenden Persönlichkeitsstörung. Dadurch sei er schuldunfähig und könne nicht bestraft werden. 

Der Güllegruben Mord

Der Güllegruben-Mord

Der 35-Jährige hatte gestanden, im Januar seine Eltern mit der Axt erschlagen und in die Güllegrube des landwirtschaftlichen Betriebs geworfen zu haben. Als Motiv hatte er angegeben, seit Dezember 2007 Stimmen im Kopf gehört zu haben, die ihm befohlen hätten, die Eltern zu töten. Gleichzeitig habe er die Elternschaft angezweifelt. Am 4. Januar hatte er dann zuerst seine 53-jährige Mutter mit mindestens acht Axthieben an Kopf und Gesicht verletzt und in die Jauchegrube geworfen. Durch das Einatmen von Blut war die Frau erstickt. Danach hatte er seinen 70-jährigen Vater aus dem Haus gelockt, mit zwei Beilhieben niedergeschlagen und mit dem Schaufellader in die Güllegrube geschafft. Dort war der Mann an Gülle erstickt.

Der Gerichtsgutachter sprach von einer Wahnhaftigkeit, in die der Angeklagte seine Eltern in den Mittelpunkt gestellt habe. Seine schizophrene Erkrankung habe sich bis zur Tat gesteigert, für sein Handeln gebe es kein plausibles Motiv. Auch die besondere Grausamkeit bei der Ausführung des Mordes an seinen Eltern müsse der Erkrankung zugerechnet werden. Durch die Persönlichkeitsveränderung habe der Beschuldigte an einer schweren Identitätserschütterung gelitten. Eine Einweisung in ein psychiatrisches Haus sei notwendig, da bei ihm Wiederholungsgefahr für eine die Allgemeinheit gefährdende Tat gegeben sei.

Richter Rothermel betonte, bei der Tat seien die Mordmerkmale eindeutig gegeben. Der Angeklagte habe seine Eltern heimtückisch umgebracht. Da er aber durch seine Erkrankung schuldunfähig sei, könne er dafür nicht bestraft werden. Der Staatsanwalt hatte ebenfalls die Einweisung in ein Krankenhaus gefordert, bis von dem Angeklagten keine Gefahr mehr ausgehe. "Das kann lang dauern, sogar lebenslänglich", sagte der Staatsanwalt. Die Verteidigung hatte sich den Ausführungen des Gutachters und der Anklagevertretung angeschlossen und betont, es handle sich um einen besonderen Fall wegen der vorliegenden psychischen Erkrankung.

dpa

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